Kempten im Allgäu

Freitag 02.01.2026

Für mein erstes Ziel im Jahr 2026 habe ich mir eine Stadt im bayerischen Allgäu ausgesucht: Kempten. Also machte ich mich mit Vorfreude und Neugier auf den Weg dorthin. Da ich durch meine zahlreichen Reisen bereits bestens über die typischen Herausforderungen auf der Strecke Salzburg-München Bescheid weiß und diese gut kenne, entschied ich mich bewusst für den Zug um 7:33 Uhr ab Übersee, anstatt der von der DB-Navigator-App vorgeschlagenen Verbindung um 7:56 Uhr. Diese Entscheidung, den Zug rund 20 Minuten früher zu nehmen, erwies sich erneut als absolut richtig und klug. Schon bei der Einfahrt in den Bahnhof Rosenheim bemerkte ich, dass diese Reise anders verlaufen würde als ursprünglich geplant. Es fehlte die übliche Ansage, dass die Türen erst nach dem Kuppeln mit der Regionalbahn (RB 54) aus Kufstein zur Weiterfahrt nach München geöffnet würden. Zudem fuhr unser Zug an eine ungewohnte Position im Bahnhof ein, an der normalerweise die RB 54 steht. Es wurde schnell klar, dass etwas den regulären und eingeplanten Ablauf durcheinandergebracht hatte. Mein anfänglicher Plan, in München Ost entspannt einen Latte Macchiato zu genießen und ein wenig zur Ruhe zu kommen, musste ich also spontan umplanen. Nach einer längeren Standzeit und einiger Ungewissheit gab es schließlich eine Durchsage: Aufgrund einer Streckensperrung zwischen Kufstein und Rosenheim würde die RB 54 in Kürze an unseren Zug angekoppelt werden, um die Weiterfahrt zu ermöglichen.

Die Information führte bei einigen Mitreisenden zu Unruhe und Unbehagen, da sie befürchteten, ihren Anschluss-ICE in München zu verpassen, was für viele von ihnen wohl eine erhebliche Verspätung bei ihrer Weiterreise bedeutet hätte. In einem teils unangemessenen und ungeduldigen Ton erkundigten sie sich daraufhin, wann genau der nächste Zug nach München fahren würde, um ihre Planung entsprechend anpassen zu können. Dieser Zug sollte laut Angaben nur fünf Minuten nach unserer Abfahrt starten, allerdings fährt der RE 5 dann ohne Zwischenhalte direkt bis München Ost, was bei einigen Reisenden zu weiteren Spekulationen führte. Daher gingen einige davon aus, dass dieser RE tatsächlich früher in München ankommen könnte als unser eigener Zug. 

Ich überlegte kurz, analysierte die Situation und kam zu dem Schluss, dass dies nicht zutreffen konnte, da unser Zug noch immer vor dem anderen fuhr und somit keinen Grund zur Sorge bestand. 

Da die Mitreisenden der Zugbegleiterin gegenüber äußerst unhöflich und beleidigend im Ton waren, hielt ich mich bewusst zurück und klärte sie nicht darüber auf, dass der spätere Zug keineswegs früher in München ankommen würde, als sie es erwartet hatten. Stattdessen ließ ich sie in dem Glauben, sie würden durch ihr Handeln Zeit gewinnen – was natürlich keineswegs der Fall war, wie sie letztlich erfahren mussten. Wer jedoch den Mitarbeitern der Bahn keinen Respekt entgegenbringt oder sich gar im Ton vergreift, muss die Konsequenzen seines Verhaltens spüren und die Auswirkungen akzeptieren. Diese unfreundlichen Reisenden haben ihren ICE nach Hamburg dadurch vermutlich nicht mehr erreicht und mussten wohl oder übel mit den Folgen ihres respektlosen Auftretens zurechtkommen.

Als unser Zug in den Münchner Hauptbahnhof (Gleis 5) einfuhr, wurde schnell klar, dass auch viele andere Reisende diesen ICE in München erreichen wollten. Da der RE 5 vor der RB 54 in der Zugreihung war, konnten die Mitreisenden problemlos den Anschluss-ICE nach Hamburg noch rechtzeitig erreichen – vorausgesetzt, sie trödelten nicht. Hätten sie sich allerdings zu viel Zeit gelassen oder sich nicht sofort orientiert, wäre es wohl ziemlich eng geworden. Die Umsteigezeit in München betrug für diese Reisenden etwa 14 Minuten – gerade genug, um den notwendigen Gleiswechsel rechtzeitig zu schaffen. Auch ich hatte rund 18 Minuten Zeit, um von Gleis 5 zu Gleis 30 zu gelangen. Weil die Zeit jedoch knapp bemessen war und ich keine Risiken eingehen wollte, legte ich den Weg in einem etwas zügigeren Tempo zurück, um meinen Anschluss rechtzeitig und ohne unnötige Verzögerungen zu erreichen.

Ein Blick auf meine gespeicherte Reise in der DB-Navigator-App zeigte später, dass der RE 5, den die anderen Reisenden zuvor in Rosenheim genommen hatten, mit einer Verspätung von ganzen 15 Minuten in München eintraf. Das bedeutete, dass der Anschluss-ICE nach Hamburg für diese unfreundlichen Personen definitiv nicht mehr erreichbar war, da die Zeit einfach nicht ausreichte. Auch ich hätte meinen Anschluss in München verpasst, wenn ich mich entschieden hätte, umzusteigen und nicht auf meinen Plan vertraut hätte. Meine Entscheidung, im Zug sitzenzubleiben und die Umstiegsproblematik zu umgehen, erwies sich daher im Nachhinein als absolut goldrichtig und optimal.

Nachdem ich meinen Anschlusszug in Richtung Lindau erreicht hatte, fuhr dieser pünktlich wie geplant in München ab und alles schien reibungslos zu verlaufen. Doch in München-Pasing kam es dann unerwartet zu einem technischen Defekt am Zug, der die Fahrt kurzfristig unterbrach. Glücklicherweise war der Lokführer in der Lage, das Problem nach kurzer Zeit erfolgreich zu beheben, wodurch die Weiterfahrt ermöglicht wurde. Allerdings führte dieser Vorfall letztendlich zu einer Verspätung von etwa 15 Minuten auf der Weiterfahrt nach Kempten. Darüber hinaus wurde den Passagieren mitgeteilt, dass der betroffene Zugteil in Kempten verbleiben und dort einer Reparatur unterzogen werden würde, um die Sicherheit und Funktionalität zu gewährleisten. Da die Nachfrage nach Reiseplätzen an diesem speziellen Morgen jedoch verhältnismäßig gering war, konnte die Weiterfahrt trotz des fehlenden Zugteils für die verbliebenen Passagiere noch relativ komfortabel und ohne größere Einschränkungen durchgeführt werden.

Nach meiner Ankunft in Kempten nahm ich den Bus ins Stadtzentrum, um meine Lauschtour zu starten. Die Fahrt dauert etwa 6 Minuten und führt vorbei an der Hochschule Kempten sowie am Forum Allgäu, einem beliebten und lebhaften Shopping-Center mit zahlreichen Geschäften und gastronomischen Angeboten.

Mein Startpunkt war das Rathaus, das sich als idealer Ausgangspunkt für die Tour erwies. Die Lauschtour bietet spannende und faszinierende Einblicke in die Geschichte der einst geteilten Doppelstadt. Dabei erfahren Sie von den tief verwurzelten Rivalitäten zwischen der evangelischen Reichsstadt, die sich rund um das historische Rathaus erstreckte, und der katholischen Stiftstadt, die sich um die beeindruckende Residenz sowie die prachtvolle und eindrucksvolle Basilika St. Lorenz konzentrierte.

Während der Tour durch die pulsierende Stadt tauchen Sie tief in die faszinierende Geschichte des Handels früherer Zeiten ein und erfahren zahlreiche spannende Details über die einflussreichen, reichen Patrizierfamilien sowie ihre prächtigen Häuser, die noch heute Zeugnisse ihrer Macht und Bedeutung sind. Zu den absoluten Highlights gehören das beeindruckende Ponikauhaus, ein architektonisches Meisterwerk, sowie der historische Londoner Hof, der mit seiner bedeutenden Geschichte die Besucher in seinen Bann zieht. 

Natürlich dürfen auch die eindrucksvollen Kirchenbauten der protestantischen Gemeinde auf Ihrer Entdeckungstour keinesfalls fehlen. Ein Besuch der Kirche St. Mang ist dabei absolut lohnenswert und bietet einen tiefen Einblick in die religiöse Geschichte der Region. Diese Kirche wurde bewusst schlicht und funktional gestaltet, wobei der zentrale Fokus auf dem Wort Gottes liegt, was ihr eine besondere Atmosphäre verleiht. Besonders auffällig ist die eindrucksvolle Kanzel, die im Zentrum der Kirche hervorgehoben und gekonnt in Szene gesetzt wird. Direkt gegenüber befindet sich die kunstvoll verzierte Empore des Bürgermeisters. Diese reich dekorierte Bürgermeisterloge sticht mit ihren Details deutlich hervor und verdeutlicht eindrucksvoll, wer in der Stadt das Sagen hatte: nicht etwa die kirchliche Obrigkeit, sondern der Bürgermeister, als stolzer und mächtiger Repräsentant der Kemptener Bürgerschaft.

Ein Besuch in der Kirche macht die besondere Wirkung dieses Ortes auf eindrucksvolle Weise spürbar und lässt Sie eine einzigartige Ruhe erleben, die Sie direkt in ihren Bann zieht. Hier finden Sie eine tiefe Stille, die es Ihnen ermöglicht, den Alltag hinter sich zu lassen und neue Kraft für die zahlreichen Herausforderungen des Lebens zu schöpfen. Lassen Sie die unvergleichliche Atmosphäre dieses besonderen Ortes einfach auf sich wirken und genießen Sie den Moment der inneren Einkehr.

Doch nicht nur die Kirche selbst ist faszinierend und eindrucksvoll – auch der Vorplatz birgt interessante Entdeckungen und spannende Details. Hier erwarten Sie unter anderem ein beeindruckender Jugendstilbrunnen, der den Namensgeber der Kirche zeigt: den heiligen Magnus, der im Allgäuer Dialekt liebevoll „Mang“ genannt wird. Der kunstvolle Brunnen verströmt eine besondere Eleganz und lädt mit seinen detailreichen Verzierungen zum Verweilen und ausgiebigen Bestaunen ein. Ein weiteres Highlight, das auf dem Vorplatz zu finden ist, ist die Friedensglocke, ein beeindruckendes Meisterwerk, das nach dem Zweiten Weltkrieg gefertigt wurde. Sie steht als kraftvolles Symbol des Friedens und der Hoffnung und erinnert an die Bedeutung von Zusammenhalt und Versöhnung.

Rund um den Platz befinden sich zudem prächtige Patrizierhäuser, die mit ihrer historischen Architektur beeindrucken und einen Einblick in vergangene Zeiten gewähren. Besonders auffällig und interessant sind dabei die Metallkugeln auf den Giebelspitzen der Gebäude. Diese Kugeln hatten früher eine ganz besondere Funktion: In ihnen wurden oftmals wichtige Abschriften der Besitzurkunden aufbewahrt, um im Falle eines verheerenden Brandes den rechtmäßigen Eigentümer des Anwesens zweifelsfrei nachweisen zu können. Diese clevere Methode diente als eine Art historische Versicherung und gab den Besitzern in unsicheren Zeiten ein beruhigendes Gefühl von Sicherheit.

Die Tour führt Sie schließlich weiter zur einzigartigen Erasmuskapelle, einem weiteren Höhepunkt Ihres Besuchs. Ein Besuch dieser eindrucksvollen und geschichtsträchtigen Kapelle ist jedoch nur nach vorheriger Anmeldung und im Rahmen einer geführten Tour möglich, was das Erlebnis umso exklusiver und besonders macht.

Nach einer ausgiebigen Erkundung der Bürgerstadt wenden wir uns nun einem besonders bedeutenden und geschichtsträchtigen Wahrzeichen der Stadt zu: der Freitreppe aus dem 19. Jahrhundert. Sie ist nicht nur ein beeindruckendes architektonisches Element, sondern zugleich auch ein kraftvolles Symbol für die Vereinigung der einst getrennten Stadtteile. Diese Treppe verbindet die Ober- und Unterstadt miteinander und steht damit als Zeugnis einer Zeit, in der zwei Häuser für ihren Bau weichen mussten. Sie fungiert als ein bedeutendes Denkmal für das Ende der jahrhundertelangen Rivalitäten zwischen den vormals gespaltenen Bereichen der Stadt. Sie erinnert uns eindrucksvoll daran, dass aus überwundenen Konflikten und Meinungsverschiedenheiten etwas Größeres, etwas wahrhaft Einzigartiges entstehen kann. Die Wiedervereinigung legte den Grundstein für ein neues, starkes und geeintes Kempten – ein inspirierendes Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit, selbst unter einstigen Rivalen, Großartiges bewirken kann. Gemeinsam, so lehrt uns dieses historische Symbol, lässt sich immer mehr erreichen, als im Alleingang.

Oberhalb der Freitreppe thront, eindrucksvoll und unübersehbar, ein besonders auffälliges und prachtvolles Gebäude: das sogenannte „Schlössle“, ein ehemaliges Patrizierhaus aus dem 16. Jahrhundert. Dieses Gebäude zeugt eindrucksvoll vom reichen historischen Erbe der Stadt und von der einstigen Pracht, die hier erlebbar war. Es ist eines der markantesten Bauwerke, das uns daran erinnert, wie bedeutend Kempten in vergangenen Jahrhunderten war.

Die Tour führt uns anschließend weiter zur beeindruckenden Residenz, mit einem Zwischenstopp an zwei besonderen und geschichtsträchtigen Denkmälern. Zunächst stoßen wir auf das Denkmal des Klostertors, das einst die klare Grenze zwischen der Stiftstadt und der Reichsstadt markierte und heute eine Erinnerung an diese spannende Teilung bietet. Danach erreichen wir eine kunstvoll gestaltete Stele, welche eindrucksvoll an einen der letzten Hexenprozesse im fürstlichen Teil Kemptens erinnert, der im Jahr 1775 stattfand. Diese besonderen Stationen lassen die bewegte und wechselhafte Geschichte der Stadt auf besonders lebendige Weise wiederaufleben und vermitteln ein eindrucksvolles Bild der Vergangenheit.

Schon beim Vorbeigehen an der Residenz lässt sich die beeindruckende Größe und majestätische Ausstrahlung dieses Bauwerks erahnen. Um die volle Dimension und die faszinierenden Details wirklich zu erfassen, empfiehlt es sich unbedingt, an einer geführten Tour durch die Residenz teilzunehmen. Ohne Teilnahme an einer solch gut organisierten Führung ist eine Besichtigung ohnehin nicht möglich – und es lohnt sich zweifellos! Die Kasse öffnet dazu 15 Minuten vor Beginn der Führung, sodass ausreichend Zeit bleibt, sich in Ruhe vorzubereiten und die ersten Eindrücke zu genießen.

Beim Eintritt in die imposante Basilika St. Lorenz wird sofort deutlich, wie unterschiedlich die Reichsstadt und die Stiftsstadt durch ihre Bauwerke und ihre Geschichte geprägt waren. Die Basilika beeindruckt Besucherinnen und Besucher durch ihre prachtvolle Ausstattung, die einen unvergleichlichen Glanz ausstrahlt, und überragt die Kirche St. Mang nicht nur in ihrer geschichtlichen Bedeutung, sondern auch durch ihre beachtliche Größe. Besonders bemerkenswert und für viele eine Überraschung: Die Altäre, die wie aus edelstem Marmor gefertigt wirken, bestehen tatsächlich aus Gips. Hätten sie aus echtem Marmor bestanden, wäre ihr Gewicht schlicht zu groß gewesen, um die stabilen Konstruktionen dauerhaft zu erhalten.

Die beeindruckende Opulenz der Kirche lässt erahnen, welche zentrale Rolle dieses Bauwerk für das religiöse und kulturelle Leben der Menschen in der Barockzeit gespielt haben muss. Hier spürt man nicht nur die Kraft und die Ruhe, neue Energie für kommende Aufgaben zu schöpfen, sondern staunt auch über die handwerklichen Meisterleistungen und die künstlerische Detailverliebtheit vergangener Jahrhunderte. Es ist immer wieder faszinierend, welche beeindruckenden Werke die Menschen damals mit ihren Mitteln bereits geschaffen haben und wie sie uns heute noch bezaubern können.

Unser Weg führt uns schließlich zum Hofgarten, der gleichzeitig den krönenden Abschluss der Lauschtour bildet. An meinem Besuchstag zeigte sich jedoch ein ganz anderes Bild: Dichter Schneefall bedeckte die gesamte Umgebung und verlieh der Landschaft eine ruhige, fast mystische Atmosphäre, sodass die Schönheit des Hofgartens nur zu erahnen war. Ein ausgedehnter und entspannter Spaziergang im saftigen Grün war daher leider nicht möglich. Doch auch der Winter hat seine ganz eigenen, besonderen Reize, die diese Kulisse in ein einzigartiges Licht tauchen und einen ganz besonderen Charme versprühen.

Für alle, die tiefer in die faszinierende und vielschichtige Geschichte der Stadt Kempten eintauchen möchten, ist ein Besuch im Kempten-Museum im Zumsteinhaus ein absolutes Muss und eine wahre Empfehlung. Das Museum bezeichnet sich selbst als „Wohnzimmer der Stadt“ (Stand: 04.01.2026) und bietet allen Besucherinnen und Besuchern einen offenen, einladenden Raum zum Entdecken, Nachdenken und Staunen. Es erzählt die facettenreiche und spannende Geschichte Kemptens – beginnend bei der Römerzeit, dem Mittelalter hindurch zu wichtigen Stationen der Gegenwart, bis hin zu einem inspirierenden Blick in die Zukunft.

Hier sind nicht nur leidenschaftliche Geschichtsliebhaber und Historieninteressierte willkommen, sondern auch all jene, die sich inspirieren lassen möchten oder Freude daran haben, aktiv mitzugestalten. Aktuell wurde die Sonderausstellung „Zeitenwende 1525“ bis zum 1. Februar 2026 verlängert. 

Diese beeindruckende und tiefgehende Ausstellung beleuchtet die Zeit des Bauernkrieges von 1525 eindrucksvoll und bietet fesselnde Einblicke in diesen prägenden Abschnitt der Geschichte.  Passend dazu empfehle ich meinen Blogbeitrag, der sich ebenfalls mit diesem Thema befasst.

Ein persönliches Highlight war für mich die interaktive Karte der Stadt Kempten, die im ersten Obergeschoss des Museums ausgestellt ist und mit ihrer innovativen Konzeption beeindruckt. Durch eine eindrucksvolle und visuell ansprechende Multimedia-Show wird auf dieser Karte die Geschichte der Stadt eindrucksvoll zum Leben erweckt. Historisch bedeutende Orte werden dabei hervorgehoben und mit spannenden, informativen Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Zeitabschnitten ergänzt. Dieser innovative und mitreißende Ansatz ist ein einzigartiger Weg, die Geschichte Kemptens hautnah, lebendig und auf eine interaktive Weise zu erleben.

Ein Besuch dieses Museums ist meiner persönlichen Meinung nach absolut empfehlenswert – besonders, da der Eintritt sogar kostenlos ist, was heutzutage wirklich bemerkenswert ist.

In der aktuellen Jahreszeit ist der Archäologische Park Cambodunum leider nur eingeschränkt zugänglich, was ich etwas schade finde. Daher empfehle ich, einen späteren Ausflug dorthin einzuplanen, um die spannende und faszinierende Geschichte der Römerzeit in Kempten in ihrer vollen Gänze erleben und genießen zu können.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Kempten eine Stadt voller Abwechslung und Vielfalt ist, die sowohl Besuchern als auch Bewohnern unglaublich viel zu bieten hat. Von einer lebendigen und dynamischen Handelslandschaft über kulturelle Einrichtungen bis hin zu liebevoll gepflegten und angelegten Grünflächen – letztere waren bei meinem Besuch übrigens stimmungsvoll und malerisch von Schnee bedeckt.

Die Rückfahrt von Kempten nach Übersee verwandelte sich – wie so oft und fast schon erwartungsgemäß – in ein kleines, aber dennoch feines und unvergessliches Abenteuer. Die von mir gewählte Verbindung konnte aufgrund verschiedener betrieblicher Abläufe, die im Betrieb der Bahn aufgetreten sind, leider nicht wie ursprünglich geplant durchgeführt werden. Dafür bot sich mir die wunderbare Gelegenheit, mich intensiv und aufschlussreich mit meinen Mitreisenden auszutauschen und wertvolle Gespräche zu führen. Eine dieser Mitreisenden war eine Auszubildende im dritten Lehrjahr. Ausversehen hat Sie mich beim überschlagen der Beine mit ihrem Fuß an meinem Oberschenkel getreten, darüber hinaus musste Sie sehr viel Gähnen. Deshalb hatte ich Sie gefragt, ob ihre Müdigkeit daran lag, dass Sie am Abend zuvor zu spät ins Bett gegangen war, oder ob es vielleicht daran lag, dass Sie an diesem Morgen zu früh aufgestanden war und dadurch nicht ausreichend Schlaf bekommen hatte. Sie erklärte mir dann, dass es wahrscheinlich eine Mischung aus beidem sei. Da ich ehrliches Interesse an ihrem Leben zeigte und sie daraufhin fragte, was sie beruflich mache, stellte sie mir natürlich ebenfalls dieselbe Frage. Ich erzählte ihr, dass ich ursprünglich Sozialpädagoge sei, nebenbei aber auch als Hobby Reiseberichte schreibe, was mir die Möglichkeit gebe, viele interessante Orte kennenzulernen. Das weckte sofort ihr Interesse, und sie wollte genauer wissen, welchen Weihnachtsmarkt ich besonders empfehlen könne. Ich erklärte ihr, dass es zahlreiche wunderschöne Weihnachtsmärkte gibt, die alle ihren eigenen besonderen Reiz haben, aber besonders gut gefallen hätten mir unter anderem die in Bremerhaven, Lübeck, Kiel und Rostock. Europaweit betrachtet, hätte ich die Weihnachtsmärkte in Prag, Pilsen, Salzburg und Triest als besonders beeindruckend und sehenswert empfunden. Leider trennten sich unsere Wege dann bereits in Buchloe.

Ab Buchloe verlief meine Rückreise erfreulicherweise reibungslos und problemlos, sodass ich die Fahrt im Zug von München nach Übersee entspannt und ungestört nutzen konnte, um in aller Ruhe weiter in dem spannenden und unterhaltsamen Buch Happy End von Florian Schneider zu lesen, das mich wirklich fesselt. 

Diesen besonderen Tag mit all seinen unerwarteten Begegnungen und Eindrücken werde ich so schnell nicht vergessen! Weitere Informationen über die charmante Stadt Kempten und ihre zahlreichen spannenden Möglichkeiten finden Sie, wenn Sie hier klicken.