Wetzlar

Dienstag 27.01.2026:

An einem schneereichen Wintertag, der von einer malerischen, weißen Landschaft geprägt war, begann ich früh meine Reise von Übersee nach Wetzlar. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, welche unerwarteten Überraschungen der Schnee für Reisende und die damit verbundene Verkehrstechnik bereithalten würde. Der erste Blick auf meine DB-Navigations-App offenbarte jedoch schnell, dass der Winter unvorhersehbare Herausforderungen mit sich bringen kann: Mein ursprünglich geplanter Zug von München nach Nürnberg, der RE 1, fiel völlig aus. Stattdessen musste ich umplanen und mit der RB 16 nach Ingolstadt fahren, um von dort später den RE 1 in Richtung Nürnberg zu nehmen. Leider stellte sich, wie es oft der Fall ist, heraus, dass auch dieser Zug eine erhebliche, unangenehme Verspätung hatte und erst ganze 35 Minuten später abfahren würde. Wäre ich bei meiner Ankunft in Ingolstadt über die Verspätung informiert gewesen, hätte ich die RB16 bis Treuchtlingen genommen, um von dort nach Würzburg weiterzureisen. Im Nachhinein ist man bekanntlich immer schlauer, und so blieb mir nichts anderes übrig, als erneut umzuplanen, um mein Ziel rechtzeitig zu erreichen.

Ab Nürnberg konnte ich schließlich mit der RE 10 nach Würzburg fahren und gelangte so zu meinem Regionalexpress in Richtung Frankfurt am Main. Doch auch auf dieser Strecke machte das Wetter den Reisenden zu schaffen: Viele verspätete ICEs überholten unseren RE, sodass die Verbindung ab Hanau HBF nach Wetzlar nicht mehr möglich war.

Mein Aufenthalt in Frankfurt war ursprünglich nur auf etwa 35 Minuten angesetzt, doch ich musste ihn entsprechend verlängern und hatte so erfreulicherweise mehr Zeit für meinen Imbiss, da mein geplanter Zug aufgrund eines defekten Stellwerks, das für die Signalgebung zuständig ist, nicht abfahren konnte. Der Zug nach Wetzlar, der um 13:50 Uhr hätte fahren sollen, fiel leider aus. 

Stattdessen wurde der RE 99, ursprünglich geplant für 14:20 Uhr, erst um 14:38 Uhr sehr voll. Trotz der widrigen Umstände war die Stimmung im Zug überraschend positiv und unbeschwert. Viele Reisende nahmen die Verspätungen gelassen hin, da sie sich durchaus bewusst waren, dass es Winter war und auch der Straßenverkehr an diesem herausfordernden Tag zahlreiche Überraschungen bereithielt. Selbst der Schulunterricht fiel in vielen Regionen Franken aus, was die winterlichen Bedingungen zusätzlich verdeutlichte und den Betroffenen eine willkommene Pause verschaffte.

Nach der verspäteten Abfahrt meines Zuges in Frankfurt am Main traf ich schließlich mit etwa 30 Minuten Verspätung in Wetzlar ein. Zunächst konnte ich direkt in mein Hotelzimmer einchecken, um mein Gepäck zu reduzieren und mich in Ruhe auf die bevorstehende Erkundung der Stadt vorzubereiten. Der malerische Weg von meinem Hotel zur wirklich zauberhaften Altstadt führt direkt entlang der Lahn. Aufgrund von Bauarbeiten sind jedoch einige Abschnitte des Rad- und Fußweges momentan umgeleitet, was die Anreise etwas erschwert. Um die charmante Altstadt von Wetzlar zu erreichen, benötigen Sie etwa 10 bis 15 Minuten Fußweg ab dem B&B Hotel oder ca. 10 Minuten ab dem Bahnhof.

Beim entspannten Schlendern durch die altehrwürdige Stadt fallen zunächst der wunderschöne Fluss Lahn und der beeindruckende Dom ins Auge. Auch die vielen charmanten Fachwerkhäuser, die die malerischen Straßen säumen, sind ein wahrer Blickfang. Besonders beeindruckt haben mich die kunstvoll gestaltete Alte Lahnbrücke sowie die wunderschöne Hospitalkirche, die einen historischen Charme versprüht. Bemerkenswert ist außerdem, dass die Altstadt noch eine Vielzahl kleiner, liebevoll geführter Einzelhändler beherbergt, die mit ihren vielfältigen Warenangeboten dazu einladen, in Ruhe zu stöbern und neue, interessante Dinge zu entdecken.

Unter der alten Lahnbrücke traf ich eine junge Frau, die mit einem prächtigen Strauß besonders bunter und lebendiger Blumen unterwegs war. Natürlicherweise fragte ich sie, ob sie vielleicht auf jemanden wartete und ob die wunderschönen Blumen für diese spezielle Person bestimmt seien. Sie verneinte und erklärte mir mit einem Lächeln, dass sie die schönen Blumen von ihrer Freundin erhalten hatte, um sie in der Stadt freundlich zu verteilen. Den genauen Grund für diese Geste konnte sie jedoch nicht klar benennen, nahm aber an, dass die Blumen wahrscheinlich anlässlich eines wichtigen Feiertags verteilt wurden. Gemeinsam überlegten wir dann und kamen zu dem Schluss, dass die Blumen sehr wahrscheinlich den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet sind. Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz von den Sowjets befreit, und seit dem Jahr 1996 ist dieser Tag ein offizieller Gedenktag in Deutschland. Sie stimmte dieser Erörterung voll und ganz zu und betonte dabei, dass so etwas Unfassbares nie wieder geschehen darf, da es unendlich wichtig ist, die Vergangenheit zu erinnern.

Da es immer noch die kalte Winterzeit ist, konnte ich meine Erkundungstour durch die wunderschöne Stadt nicht so lange durchführen, wie ich es mir ursprünglich geplant hatte. Viele interessante und bedeutende Orte, wie der beeindruckende Dom und die zahlreichen Museen, hatten kurz nach meiner Ankunft bereits geschlossen und waren somit nicht mehr zugänglich. Daher habe ich für morgen ein spannendes und abwechslungsreiches Programm mit Geschichte, faszinierender Kunst und reicher Kultur geplant. Lassen wir uns überraschen, was ich alles erleben darf, und welche neuen Eindrücke ich sammeln kann.

Mittwoch 28.01.2026:

Nach einer wunderbaren und erholsamen Nacht in meinem komfortablen Hotel, in dem ich mich wirklich sehr wohl fühlte, begann ich den Tag ganz entspannt. So machte ich mich erst um 8:00 Uhr auf den Weg zum reichhaltigen und vielseitigen Frühstücksbuffet, wo ich mich auf eine köstliche Auswahl freuen konnte, und genoss zunächst in aller Ruhe eine gute, frisch gebrühte Tasse Kaffee.

Der Frühstücksraum war erstaunlich leer und ruhig, sodass ich fast ganz allein für mich war. Das gab mir die großartige Gelegenheit, den besten Platz mit einem atemberaubenden Blick auf die malerische Lahn auszuwählen. Allein der herrliche Ausblick auf den sanft fließenden Fluss ließ mein Frühstück gleich viel köstlicher und einladender schmecken. Nachdem ich in aller Ruhe und mit Genuss ordentlich gegessen hatte, ging ich kurz zurück in mein gemütliches Zimmer, um meinen Rucksack für die Rückreise sorgfältig zu packen.

Mein erster Weg führte mich voller Erwartungen und Neugier zum ZOB, von wo aus ich mit dem elektrischen Stadtbus, der bequem und umweltfreundlich ist, zum Dom gelangen wollte. Am Vortag hatte ich, leider, keine wirklich angenehme Gelegenheit, den Dom von innen zu besichtigen, was wirklich schade war. Aber ich kann mit Überzeugung sagen, dass sich der erneute Besuch, hinter dem ich viel Hoffnung hatte, wirklich gelohnt hat. Während meines Aufenthalts wurden gleich zwei Schülergruppen durch den majestätischen Dom geführt und erhielten dabei wertvolle und tiefergehende Informationen zur Geschichte dieses beeindruckenden Bauwerkes von einem äußerst kompetenten Stadtführer.

Doch nicht nur die Schülergruppen waren anwesend; auch talentierte Musiker, die ihr Handwerk hervorragend beherrschten, spielten auf der imposanten Orgel. Alleine die Akustik im Dom ist bereits einen Besuch wert und lässt einen hier verweilen! Nachdem die Schülergruppen schließlich gegangen waren, konnte ich in aller Ruhe und ohne Hast der melodischen Orgelmusik lauschen und mich dabei auf meinen bevorstehenden Besuch des Lottehauses und des angrenzenden Stadtmuseums vorbereiten und mental einstimmen.

Beide Häuser haben ihren ganz besonderen Charme und überzeugen nicht nur mit ihren faszinierenden Exponaten, sondern auch mit der Atmosphäre, die sie versprühen. Besonders beeindruckt hat mich das Lottehaus, in dem man eindrucksvoll erkennen kann, wie damals mit viel Hingabe und Sorgfalt gebaut wurde. Allein die Wände dieses alten Hauses könnten Geschichten erzählen, die über die Bauweise vergangener Zeiten hinweggehen. Es ist einfach faszinierend, dass diese stabilen Wände nicht einstürzen. Heutzutage, in unserer modernen Bauzeit, würde ein so schiefer Bau bei jeder ordentlichen Bauabnahme durchfallen. Doch das Lottehaus steht stolz und zeigt eindrucksvoll, wie beeindruckend solche Konstruktionen sein können und wie viel Geschichte sie in sich tragen.

Ein kleiner, aber wichtiger Hinweis: In den Räumlichkeiten, besonders im Winter, sollte man seine Jacke nicht zu weit weglegen, da es dort recht kühl werden kann und man sich sonst unbehaglich fühlen könnte.

Im Stadtmuseum, das nur einen kurzen Steinwurf entfernt liegt, haben Sie die wunderbare Möglichkeit, sich intensiv und umfassend mit der faszinierenden Geschichte der Stadt auseinanderzusetzen – von den frühen Anfängen bis zur spannenden Gegenwart. Besonders beeindruckt und berührt hat mich die Sonderausstellung über die inspirierende Elsie Kühn-Leitz. Diese fasziniert durch die spannende und bewegende Lebensgeschichte einer bemerkenswerten Frau, deren Studium sowie ihre Reisen besonders hervorstechen. Nutzen Sie unbedingt die Gelegenheit, diese eindrucksvolle Ausstellung in aller Ruhe zu genießen und die Details in sich aufzunehmen.

Nachdem ich mich intensiv mit den literarischen Werken von Johann Wolfgang von Goethe und dem berühmten Briefroman Die Leiden des jungen Werthers sowie der wunderbaren Kunst, Kultur und interessanten Geschichte der Stadt, die so viel zu bieten hat, beschäftigt hatte, kehrte ich entspannt zurück in die charmante Altstadt. Heute habe ich insbesondere den bezaubernden und lebhaften Kornmarkt erkundet und die beeindruckenden Fachwerkhäuser auf mich wirken lassen. Dieser historische Ort, dessen interessante Geschichte bis ins Jahr 1253 zurückreicht, entfaltet auch heute noch einen ganz besonderen und einzigartigen Charme. Das reichhaltige gastronomische Angebot vor Ort ist vielfältig und bietet für jeden Geschmack und jede Vorliebe etwas Passendes und Leckeres an.

Da ich noch einige Dinge für meine Rückreise ins Chiemgau sorgfältig organisieren musste, nutzte ich erneut den Stadtbus, um zum ZOB, dem zentralen Omnibusbahnhof, zu gelangen. Die Straßen und Gassen in Wetzlar sind aus meiner Sicht nicht besonders busfreundlich gestaltet, was die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zusätzlich erschwert. Zwar gibt es eine Grundausstattung an Haltestellen, jedoch behindern parkende Autos oft den reibungslosen Ablauf des öffentlichen Nahverkehrs, was frustrierend sein kann. Fährt man mit dem ÖPNV durch die Stadt, erhält man gleichzeitig eine informative und kurze Stadtführung, die interessante Einblicke in die Stadt bietet. Ich bin immer wieder überrascht, welche Umwege genommen werden, um von A nach B zu gelangen – manchmal führt die Route sogar über den Umweg C. So hatte ich die Gelegenheit, das ehemalige Leitz Verwaltungsgebäude zu sehen, das nun als Neues Rathaus der Stadt genutzt wird, was eine sehr beeindruckende Sehenswürdigkeit darstellt.

Nach diesem interessanten Abstecher machte ich mich auf den Weg zum Forum Wetzlar. Dort wollte ich ein paar Besorgungen für meine anstehende Rückreise erledigen und gleichzeitig ein schmackhaftes und nahrhaftes Mittagessen genießen. Ich entschied mich für ein asiatisches Restaurant, dessen Speisen mich sowohl in Qualität als auch in Menge voll und ganz überzeugten. So gestärkt konnte ich schließlich meine Rückreise antreten, fühlte mich zufrieden und bereit für die nächsten Abenteuer.

Leider muss ich immer wieder feststellen, dass das Bundesland Hessen anscheinend etwas gegen mich hat. Vor meiner Rückreise habe ich die Pünktlichkeit der vorherigen Zugverbindungen gewissenhaft geprüft, und diese waren durchweg pünktlich. Doch als ich schließlich in meinen Zug von Wetzlar nach Frankfurt am Main einstieg, gab es tatsächlich eine störende Störung auf der Strecke, die zu Verzögerungen führte. In Gießen ereignete sich dann ein weiteres unerwartetes Problem auf dem Weg zum Frankfurter Hauptbahnhof: Während der technischen Überprüfung des Zuges wurde bedauerlicherweise gemeldet, dass eine Notbremse ausgelöst worden sei. Glücklicherweise konnte dieser Fehler schnell behoben werden, da zum Glück kein Reisender tatsächlich die Notbremse betätigt hatte. In Frankfurt kamen wir daher erfreulicherweise mit einer Verspätung von etwa 10 Minuten an. Der RE nach Würzburg sollte jedoch pünktlich abfahren – allerdings nicht von Gleis 7, sondern von Gleis 6. Zum Glück befinden sich beide Gleise am selben Bahnsteig gegenüber, was die Umstellung vereinfachte. Bis Aschaffenburg verlief die Fahrt dann pünktlich, doch dort mussten wir auf einen entgegenkommenden Zug warten, was die Weiterfahrt erneut verzögerte. Dadurch erreichte der RE Würzburg vier Minuten nach der planmäßigen Abfahrt des Regionalzugs nach Nürnberg.

So hatte ich jedoch ausreichend Zeit, um am Denkmal für die deportierten Menschen aus Nürnberg innezuhalten. Gestern haben viele andere ebenfalls innegehalten und zahlreiche bunte Blumen niedergelegt, um ihrer Anteilnahme Ausdruck zu verleihen.

Von Würzburg an war die Deutsche Bahn dann wieder ganz auf meiner Seite, und es gab erfreulicherweise keine Verspätungen mehr bei den von mir gewählten Verbindungen nach Hause.

Besonders erfreut hat mich, dass im RE 1 von Nürnberg nach München wieder ein Zug mit Tischen eingesetzt wurde. So konnte ich bereits während der Fahrt an meinem Bericht über meinen Aufenthalt in Wetzlar abschließen und die Zeit sinnvoll nutzen. Wenn wir darüber sprechen, wie man seine Zeit sinnvoll und produktiv nutzen kann, fällt mir immer wieder auf, dass auch viele andere Menschen ihre kostbare Zeit effektiv einsetzen, um Schlimmeres zu verhindern und somit einen positiven Beitrag leisten. Das zeigt, wie wichtig es ist, unsere Zeit mit Bedacht und Zielstrebigkeit einzusetzen. Den selbst im Norden Deutschlands gab es heftige Schneefälle, doch Schüler haben dafür gesorgt, dass es nicht zu einem Unfall zwischen einem festgefahrenen Schulbus und einer Regionalbahn kam. Achtsamkeit aller Verkehrsteilnehmer trägt entscheidend zur Sicherheit bei. Mein Respekt gilt den Schülern, die korrekt gehandelt und Schlimmeres erfolgreich verhindert haben.

Leider vergeht mein Aufenthalt in Wetzlar viel zu schnell und immer viel zu abrupt. Der Ort und seine Geschichte(n) werden mir sicherlich noch lange, lange im Gedächtnis bleiben und ich werde sie mit Nachdruck in Erinnerung behalten.