Enschede (NL)

Dienstag 03.03.2026:

Um in das wunderschöne Land der Lakritze, des Vla und des Käse zu reisen, plante ich bereits früh am Morgen eine Busverbindung ab meinem früheren Heimatort. Meine Abfahrt war für 8:34 Uhr vorgesehen. Leider konnte der Bus wegen der großen Anzahl der Baustellen in Münster und der damit verbundenen Geschwindigkeitseinschränkungen nicht pünktlich ankommen. So begann meine Reise mit einer Verspätung von etwa drei Minuten. Dies reduzierte meine Umstiegszeit in Coesfeld von fünf auf lediglich zwei Minuten. Zu allem Unglück kam noch die Baustelle an der B525 am Daruper-Berg hinzu, wodurch ich eine weitere Minute verlor.

Auch in Coesfeld hielt der Bus an einem anderen Ort als gewohnt, was meine Umstiegszeit auf lediglich eine Minute verkürzte. Diese Zeit reichte nicht aus, um meinen Anschlusszug nach Enschede zu erreichen. Leider konnte ich nur noch die Rücklichter meines Zuges sehen.

So gewann ich eine Stunde, die ich in aller Ruhe am Bahnhof in Coesfeld verbringen konnte, um einen köstlichen Latte Macchiato und ein schokoladiges Brötchen zu genießen. Diese unerwartete Zeit nutzte ich, um die herrliche Frühlingssonne auszukosten.

Pünktlich um 10:00 Uhr fuhr dann mein Zug in Richtung meines Ziels in den Niederlanden ab. Bei meiner Ankunft am Bahnhof in Enschede musste ich feststellen, dass eine Baustelle am Ausgang zur Innenstadt das beeindruckende Ambiente etwas beeinträchtigte. Dennoch überzeugt der Bahnhof durch seine Architektur. Da es sich um einen Kopfbahnhof handelt, ähnlich wie in München, Frankfurt am Main oder Leipzig, gibt es keine durchgehenden Gleise. Das Gleis, auf dem der Zug aus Dortmund oder Münster ankommt, ist zwar theoretisch ein durchgehendes Gleis, wird jedoch durch Prellböcke an beiden Enden begrenzt. Besonders auffällig sind die Zugangskontrollen zu den Gleisen in die anderen Richtungen der Niederlande. Das Betreten der Gleise ist nur mit einem gültigen Ticket möglich, was ich nur von U-Bahnstationen kenne. So ist natürlich sichergestellt, dass die Ticketkontrollen funktionieren.

Mein erster Weg in Enschede führte mich zur Oude Markt. Dieser Marktplatz besticht durch die zentrale Kirche sowie zahlreiche kleine und etwas größere Cafés und Restaurants, die ihn flankieren. Das schöne Wetter zog viele Menschen nach draußen. Ein Bummel über den Marktplatz und die angrenzenden Straßen darf meiner Meinung nach nicht fehlen. Die Architektur der Häuser begeistert mit ihrem typischen niederländischen Stil. Rund um den Markt gibt es viele Möglichkeiten zum Schlendern und Einkaufen, und natürlich auch genug Gelegenheiten, das gastronomische Angebot der Stadt zu genießen.

Entdecken Sie die moderne und künstlerisch beeindruckende Stadt nicht nur beim Bummeln. Ein Besuch des renommierten Rijksmuseum Twenthe ist ein absolutes Muss. Die Außenarchitektur des Museums ist bereits ein Augenschmaus, doch erst die Ausstellungen vermitteln ein umfassendes Bild der lokalen Kunstszene in Enschede.  Besonders hervorzuheben sind die beeindruckenden Werke der Studierenden und Dozenten der Kunstschule, die einen sofort in ihren einzigartigen Bann ziehen. Auch die alten Meister, wie etwa Rembrandt, werden im Museum beeindruckend präsentiert. Nehmen Sie sich die Zeit, um die Kunstwerke und ihre Geschichten gründlich zu erkunden.

Nach diesem überaus beeindruckenden Besuch im Museum sollte ein Bummel über den Wochenmarkt in Enschede auf keinen Fall fehlen. Der Markt findet dienstags und samstags statt und bietet eine Fülle an regionalen, frischen Produkten aus der Umgebung. Er zieht Besucher aus nah und fern an. Zudem können Sie dort die besonders leckeren holländischen Fritten, frisch zubereitet, genießen. Diesen kulinarischen Genuss ließ ich mir nicht entgehen.

Beim Schlendern durch die Stadt fiel mir besonders die hohe Anzahl junger Menschen auf. Dies liegt unter anderem daran, dass Enschede ein beliebter Ort zum Studieren ist. Die Vielfalt der Studiengänge überzeugt viele junge Leute, ihre akademische Ausbildung hier zu absolvieren.

Es ist allgemein bekannt, dass Radfahren und die Niederlande untrennbar miteinander verbunden sind. In Enschede zählen Fahrräder zu den Hauptfortbewegungsmitteln, und Sie werden dort sogar noch mehr Fahrräder und ihre Nutzer auf den Straßen antreffen als in der bekannten Fahrradstadt Münster. Daher sollten Sie beim Schlendern durch die Stadt stets die Augen offen halten, um nicht einem Radfahrer in den Weg zu geraten.

Am späten Nachmittag trat ich meine Rückreise in meine alte Heimat im Münsterland an. Die Bahnstrecke von Enschede über Gronau, Ahaus, Legden und Coesfeld ist einfach atemberaubend schön. In dieser weitläufigen Landschaft kann man schon am Morgen erahnen, wer einen am Abend besuchen wird. Die Felder und kleinen Wälder werden von kleinen Ortschaften unterbrochen, und kleine Bäche sowie Sumpfgebiete mit typischer Flora und Fauna prägen das Bild.

Da ich in Coesfeld beim Umsteigen in den Bus 25 Minuten Zeit hatte, entschied ich mich, schnell noch etwas zu essen und zu trinken im nahegelegenen Supermarkt zu kaufen. Beim Einkaufen bemerkte ich zwei gerade volljährige Jugendliche, die mich freundlich grüßten, obwohl ich sie nicht kannte. Dieses freundliche Verhalten setzte sich an der Kasse fort, wo sie auch andere Kunden nett ansprachen und fragten, wie lange sie schon auf ihre Erledigungen warten mussten. Eine solche Herzlichkeit hatte ich nicht erwartet und wurde angenehm überrascht.

Direkt am Bahnhof begegnete ich den beiden jungen Erwachsenen erneut. Ihre Lebensfreude war deutlich zu spüren. Als ich sie fragte, wie alt sie seien, war ich etwas erstaunt, dass beide dasselbe Alter angaben, da einer von ihnen deutlich jünger wirkte als die genannte Zahl.

Leider endete ein Tag voller Kultur, inspirierender Begegnungen und Naturschönheiten viel zu schnell. Bei meinem Besuch in der Stadt Enschede konnte ich den faszinierenden Kontrast zwischen Moderne und Tradition hautnah erleben. Diese Reise ist auf jeden Fall lohnenswert.