Insel Reichenau & Konstanz

Montag 25.05.2026:

Erneut hatte ich die Gelegenheit, eine Reise in die am Bodensee gelegene Stadt Konstanz zu unternehmen. Um 8:16 Uhr begann ich meine Abreise von Donaueschingen. Die Fahrt mit dem RE 2 war gemäß Fahrplan auf etwa 60 Minuten angesetzt. Allerdings informierte die DB-Navigator App mehrfach über eine Verzögerung aufgrund eines technischen Defekts. Diese Meldung stellte sich jedoch als unbegründet heraus, und der Zug verließ den Bahnhof pünktlich. Aufgrund des erhöhten Fahrgastaufkommens mit Fahrrädern kam es jedoch zu einer geringfügigen Verzögerung im Betriebsablauf, sodass wir Konstanz mit einer Verspätung von etwa 5 Minuten erreichten.

Da ich die Stadt Konstanz bereits aus meinem Urlaub im Februar 2025 kannte, entschied ich mich, am Morgen zunächst in aller Ruhe einen Latte Macchiato in der Nähe des Hauptbahnhofs zu genießen. 

Anschließend nutzte ich die Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang am Hafen mit seinen Kaianlagen. Selbstverständlich durfte bei einem solchen Spaziergang der Weg zur Imperia nicht fehlen.

Mit Bedauern musste ich den niedrigen Wasserstand des Bodensees zur Kenntnis nehmen. Dennoch bot sich mir die Gelegenheit, die Wasservögel und andere Tiere zu beobachten. Mein Weg führte mich weiter in die Innenstadt von Konstanz, wo ich in aller Ruhe das Rathaus mit seiner prachtvoll gestalteten Fassade bewundern konnte. Zu meinem Glück waren am frühen Morgen nur wenige Menschen auf den Straßen, sodass ich die Schönheit der Stadt in aller Ruhe genießen konnte. Die zahlreichen kleinen Gassen laden förmlich zum Flanieren ein. Die Vielzahl an kleinen und auch größeren Geschäften bietet an einem gewöhnlichen Tag die Möglichkeit, das eine oder andere wunderbare Schnäppchen zu entdecken.

Bei einem Bummel durch die Stadt sollte auch das Konstanzer Münster nicht fehlen. Da jedoch während meines Besuchs eine Messe stattfand, entschied ich mich aus Respekt vor der Heiligen Messe, die Kirche nicht zu betreten. Meiner Ansicht nach ist dies eine angemessene Haltung. Bereits der Anblick des Kirchengebäudes von außen regt die Vorstellungskraft an und lässt erahnen, wie kunstvoll der Innenraum gestaltet sein muss.

Mein Weg führte mich zurück zum Hauptbahnhof, um meine Reise zur Insel Reichenau zu beginnen. Die Fahrt mit der S-Bahn und dem Bus nimmt etwa 50 Minuten in Anspruch. Bereits während der Busfahrt zur Insel haben Sie die Gelegenheit, hin und wieder einen Blick auf den Bodensee zu werfen. Besorgniserregend ist jedoch der äußerst niedrige Wasserstand. Es ist deutlich erkennbar, welche Flächen normalerweise mit Wasser bedeckt sind. In diesem Jahr sind diese Bereiche hingegen von Trockenheit und wüstenähnlichen Landschaften geprägt. Ein Zustand, der so nicht akzeptabel sein kann.

Nach meiner Ankunft auf der recht großen Insel entschied ich mich, zum Anlegesteg des Fährbetriebs zu gehen, um den herrlichen Blick auf den See und die Strandpromenade zu genießen. Hier finden sich sowohl kleinere als auch größere Hotels. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, ein köstliches Eis oder ein Mittagessen zu genießen. Ich empfehle Ihnen, bei diesem wunderbaren Wetter die Eisdiele am Fährsteg aufzusuchen. Die Auswahl an Eissorten ist ausreichend groß, und das Eis wird frisch vor Ort aus besten Zutaten hergestellt.

Leider ist ein Tag für den Besuch der Insel Reichenau viel zu kurz, um alle Highlights in Ruhe zu erkunden. Nehmen Sie sich daher genügend Zeit, um Ihren Aufenthalt auf der Insel zu genießen. Ich selbst beobachtete zahlreiche Radfahrer, die das schöne Wetter für einen ausgiebigen Ausflug nutzten. Da Reichenau bekannt für seinen Wein- und Gemüseanbau ist, gibt es dort zahlreiche Betriebe, die in der Landwirtschaft tätig sind. Es war bemerkenswert zu sehen, dass mitten in der Nachmittagshitze Menschen im Gewächshaus mit der Ernte beschäftigt waren. Auf meine Nachfrage, wie hoch die Temperaturen im Gewächshaus seien, erklärte mir ein Mitarbeiter, dass dort etwa 50 °C herrschen. Man muss entsprechend viel Wasser trinken, um nicht auszutrocknen. Mein Respekt gilt diesen Menschen, die unter solch herausfordernden Bedingungen im Gewächshaus arbeiten.

Am späten Nachmittag trat ich dann meine Rückreise nach Konstanz an. Dort beabsichtigte ich, in Ruhe ein leckeres Eis zu genießen und einen schattigen Platz zu finden, um meine Erlebnisse des Tages zu reflektieren. Die Zeit verging wie im Flug. Allerdings musste ich meine Entscheidung, noch ein Eis zu konsumieren, im Nachhinein etwas bedauern. Als mein Zug in Konstanz abfuhr, entschied die Lokomotive, kurz eine Pause einzulegen. Der Lokführer musste sie erst davon überzeugen, dass ihr Arbeitstag noch nicht zu Ende war. Dies gelang ihm, und wir starteten mit einer Verspätung von etwa 15 Minuten. Doch wie der Lokführer während der Fahrt mitteilte, kam noch Pech hinzu: Wegen Gleisarbeiten vor dem Bahnhof Engen mussten wir extrem langsam fahren. Die Schäden am Gleis waren im Zug deutlich spürbar, und bei normaler Fahrtgeschwindigkeit hätten diese Schäden sicherlich zu einem Unfall geführt. Sicherheit geht eben vor Geschwindigkeit. Diesen Grundsatz der Bahn halte ich persönlich für weitaus sinnvoller, als alles dafür zu tun, dass der Zug möglicherweise pünktlich an seinem Ziel ankommt. Was nützt es, wenn der Zug letztendlich nicht dort ankommt, wo man hin möchte, und das Leben von Reisenden sowie dem Bahnpersonal unnötig in Gefahr gebracht wird? In der Ruhe liegt die Kraft, und selbst mit einem PKW kann man auf einer Strecke, die nur aus Schlaglöchern besteht, nicht wirklich schnell fahren. Diese Mängel in der Infrastruktur verdeutlichen, wo in der Vergangenheit zu viel gespart oder die Prioritäten falsch gesetzt wurden.

Gesund, munter und ohne Verletzungen erreichte ich schließlich mit einer Verspätung von rund 30 Minuten meinen Zielbahnhof in Donaueschingen. Ein Tag voller Abenteuer und Erlebnisse verging einmal mehr viel zu schnell.