Basel

Samstag 23.05.2025:

Meine Reise nach Basel begann in dem malerischen Ort Donaueschingen, als ich um 8:48 Uhr mit der S-Bahn in Richtung Freiburg im Breisgau aufbrach. Da Donaueschingen die zweite Haltestelle der S-Bahn darstellt, hatte ich gute Aussichten, einen Sitzplatz zu erhalten. Die Fahrt von Donaueschingen nach Freiburg dauert etwa zwei Stunden und führt durch die landschaftlich reizvolle Region des Höllentals sowie den Haltepunkt Himmelreich. Die Landschaft auf dieser Strecke ist wahrhaft atemberaubend. Reisende passieren tiefe Täler, hohe Felsen, dichte Wälder, blühende Wiesen und sanfte Flussläufe, was die Fahrt zu einem eindrucksvollen Erlebnis gestaltet. 

Der Abschnitt von Himmelreich bis zur renommierten Stadt Freiburg vergeht wie im Flug. In Freiburg war es erforderlich, von der S-Bahn in den Regionalexpress nach Basel Badischer Bahnhof umzusteigen.

Am Anzeigetafel am Gleis 4 wurde ein Zug, bestehend aus zwei Teilen, angekündigt. Eine Vielzahl von Reisenden entschied sich, in den hinteren Teil des Zuges einzusteigen, da dort nahezu alle Passagiere bereits ausgestiegen waren. Allerdings entwickelte sich die Situation anders als ursprünglich erwartet: Eine Durchsage informierte darüber, dass der hintere Teil des Zuges in Freiburg verbleiben würde, wodurch den Reisenden die Möglichkeit, einen Sitzplatz auszuwählen, verwehrt blieb. Wir mussten alle den Zug verlassen und uns einen Platz im vorderen Teil des Zuges suchen. Da dieser bereits gut gefüllt war, stellte sich die Suche als herausfordernd dar. Ich hatte das Glück, einen Zweierplatz in entgegengesetzter Fahrtrichtung zu ergattern. Aufgrund eines unvorhergesehenen längeren Aufenthalts am Bahnhof Freiburg wurde unser Ausfahrsignal zurückgenommen, um dem bereits abfahrbereiten ICE, der schneller beim Boarding war, den Vorrang zu gewähren. Folglich konnten wir erst mit einer Verspätung von etwa acht Minuten den Bahnhof Freiburg verlassen.

Kurze Zeit später traf eine Gruppe von vier Medizinstudenten ein, die in der Regel vier nahe beieinander liegende Plätze benötigten. Eine der Studentinnen verteilte ihre Mitreisenden auf die drei freien Plätze. Die Studentin, die keinen Platz zugewiesen bekam, wandte sich in einem vorwurfsvollen Ton an die Verteilende und betonte, dass sie vier Plätze benötigten. In diesem Zusammenhang entschuldigte ich mich dafür, dass ich den einen Platz ergattert hatte. Dies führte dazu, dass die Studentin sich bei mir entschuldigte und klarstellte, dass ihre vorwurfsvolle Ansprache nicht an mich, sondern an die Mitreisenden gerichtet war. Obwohl ich mir dessen bewusst war, resultierte dies in einem Gespräch zwischen uns. Die Gruppe, bestehend aus vier Studierenden, war auf dem Weg zum Flughafen, um eine Studienreise in der Zahnmedizin anzutreten. Alle waren voller Vorfreude auf diese Reise und diskutierten, welches Kulturprogramm sie in den freien Stunden außerhalb der eigentlichen Forschungsreise umsetzen könnten. Schnell hatten sie einen entsprechenden Plan gefasst, und ich bin zuversichtlich, dass sie diesen erfolgreich realisieren werden.

Unsere Fahrt von Freiburg nach Basel führte uns vorbei an Weinbergen, die an diesem herrlichen sonnigen Samstag ein beliebtes Ziel für Wanderer darstellten. Hier wird der Einfluss der Hanglagen auf den Weinbau in dieser Region deutlich sichtbar.

Nach meiner Ankunft am Badischen Bahnhof in Basel suchte ich zunächst einen Fahrscheinautomaten auf, um mir ein Tagesticket für das hervorragend ausgebaute öffentliche Nahverkehrssystem (ÖPNV) zu beschaffen. Die Tageskarte für das gesamte Stadtgebiet kostet etwa 12,50 Euro. Obwohl dieser Preis als relativ hoch angesehen werden kann, erachte ich ihn dennoch als kostengünstiger im Vergleich zu den möglichen Konsequenzen des Schwarzfahrens in einer Tram. Darüber hinaus ermöglicht der ÖPNV, zahlreiche Wege effizienter zurückzulegen, die ansonsten mühsam zu Fuß bewältigt werden müssten.

Besonders auffällig war die beeindruckende Architektur und die Anziehungskraft der Stadt. Das harmonische Zusammenspiel zwischen modernen und historischen Bauwerken hat mir besonders gut gefallen. Zudem ist die Organisation des Verkehrs für Fußgänger und Radfahrer vorbildlich, da im Innenstadtbereich nur wenige Straßen für den individuellen PKW-Verkehr freigegeben sind. Wo PKWs dennoch fahren dürfen, haben sie den Vorrang des ÖPNVs sowie der Fußgänger und Radfahrer zu beachten. Diese Regelung trägt zu einem einzigartigen Erlebnis in der Stadt bei. Darüber hinaus erachte ich die kostenfreie Bereitstellung selbstreinigender Toiletten im gesamten Stadtgebiet als äußerst praktisch. Diese Maßnahme gewährleistet, dass Besucher stets auf ein sauberes WC zugreifen können, welches nach Benutzung wieder in einen hygienischen Zustand versetzt wird, sodass auch andere es bedenkenlos nutzen können. Solch eine Initiative sollte meiner Meinung nach auch an vielen anderen Orten in Europa und Deutschland implementiert werden.

Bereits während der Fahrt von Freiburg nach Basel wurde mir das Naturhistorische Museum der Stadt empfohlen. Diesem Rat bin ich gefolgt und habe es keineswegs bereut. Bereits vor dem Betreten des Museums erweckte die Architektur mein Interesse. Im Inneren war ich von den Exponaten regelrecht begeistert. Die Dauerausstellung ist beeindruckend und regt dazu an, die Vielfalt der Natur- und Tierwelt zu bewundern. Die Evolution hat ein breites Spektrum an Lebewesen hervorgebracht, von denen einige längst ausgestorben sind, während andere vom Aussterben bedroht sind. Wir sollten ernsthaft über den Umgang mit den Ressourcen der Welt nachdenken und sicherstellen, dass diese Welt für kommende Generationen erhalten bleibt. Besonders faszinierend sind auch die Exponate über Kristalle, Mineralien und Metalle. Im Museum haben Sie sogar die Möglichkeit, einen etwa 9 kg schweren Eisenasteroiden in die Hand zu nehmen, was zum Nachdenken anregt.

Bis zum 28.06.2026 haben Sie im Museum die Gelegenheit, die Bilder der Wildlife Photographer of the Year in aller Ruhe zu genießen. Ich empfehle Ihnen nachdrücklich, dieses historische Museum in der Stadt zu besuchen.

Mein Weg führte mich zu einer der Hauptattraktionen der Stadt, dem Basler Münster. Ein Besuch dieses beeindruckenden Bauwerks ist in jedem Fall empfehlenswert. Besonders die Fassade aus rotem Sandstein sowie die schlanken Kirchtürme sind bemerkenswert. Im Innenraum und der Krypta besteht die Möglichkeit, neue Energie für den Tag zu tanken. Ein weiterer Vorteil des Besuchs ist die angenehm kühle Temperatur im Inneren des Gebäudes, die für einige Besucher möglicherweise etwas zu frisch erscheinen könnte.

Nachdem ich im Basler Münster neue Energie tanken konnte, bewunderte ich den wunderschönen Münsterplatz direkt vor der Kirche. Die Weite und die Architektur der umliegenden Gebäude sind beeindruckend. Der Platz stellt einen beliebten Treffpunkt für zahlreiche Besucher der Stadt dar. Rund um den Platz laden Restaurants und Bistros ein, sich mit Speisen und Getränken zu versorgen. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Museum der Kulturen, das zweifellos einen Besuch wert ist. Für den Nachmittag hatte ich jedoch ein anderes Ziel im Sinn: das Kunstmuseum. Diese Entscheidung habe ich keineswegs bereut. Das Kunstmuseum ist ein absolutes Muss. Allein die beeindruckende Größe des Haupthauses und die architektonische Gestaltung des Neubaus mit dem Verbindungstunnel, der auch als Veranstaltungsraum genutzt wird, sind überwältigend. Selten war ich so begeistert wie bei meinem Besuch in diesem Museum. Die ausgestellte Kunst aus dem 15. und 16. Jahrhundert sowie moderne und zeitgenössische Werke überzeugen auf ganzer Linie. Die Meisterwerke von Picasso, Salvador Dalí, Hans Richter und vielen anderen Künstlern fesseln den Betrachter. Ich war so begeistert, dass ich mein Wissen erheblich erweitern konnte. Ein hilfreicher Tipp: Sollte die Schlange an der Kasse außerhalb des Gebäudes lang sein, können Sie auch eine der Kassen im Inneren nutzen, um schneller in den Genuss von Kunst und Kultur zu kommen.

Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal ist die Markthalle, die sich in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Basel SBB befindet. Hier wird ein vielfältiges Angebot an Speisen und Getränken sowie eine Vielzahl von Veranstaltungen, Kunst- und Kulturereignissen, Workshops und Konferenzen präsentiert. Allein die beeindruckende Architektur des Gebäudes rechtfertigt einen Besuch.

Am späten Nachmittag entschloss ich mich zu einem kurzen Besuch des Marktplatzes, wo das prächtige Rathaus zu finden ist. Das geschäftige Treiben der Menschen auf dem Platz sowie im Innenhof des Rathauses ist äußerst faszinierend. Die nahezu im Minutentakt fahrenden Trams beleben die Umgebung, während zahlreiche Passanten ein- und aussteigen oder auf Bekannte warten, die sie an diesem lebhaften Ort treffen möchten. Die umliegenden Cafés laden zu einem angenehmen und entspannten Austausch ein.

Am frühen Abend entschied ich mich, die Rückfahrt nach Donaueschingen anzutreten. Zuvor gestattete ich mir ein kleines Abendessen in Freiburg. Mit der S10 trat ich dann die Rückreise durch das Höllental an. Es ist immer wieder bemerkenswert, dass es Personen gibt, die zwei Stunden im Zug telefonieren können, ohne in ein Funkloch zu geraten. Im Gegensatz dazu befinde ich mich jedoch, wenn ich einen dringenden Anruf tätigen möchte, plötzlich in einem Funkloch und bin nicht in der Lage, ein Gespräch zu führen.

Ein herrlicher, sonniger Samstag in der malerischen Schweiz kann in kürzester Zeit vergehen, während man die beeindruckenden Landschaften und die frische Luft in vollen Zügen genießt.