Lohr am Main

Mittwoch 29.04.2026:

Es überrascht mich stets, dass meine Reisen ins Bundesland Hessen häufig von Komplikationen begleitet sind. So war es auch dieses Mal. Da ich auf die Nutzung meines PKW verzichten wollte, nahm ich bereits um 5:37 Uhr den Bus nach Prien am Chiemsee. Von dort führte mich mein Weg über München bis nach Treuchtlingen.

Die Bahnstrecke zwischen München und Treuchtlingen bietet mir bei jeder Fahrt eine neue Faszination. Die beeindruckenden Berge und die weitläufige Landschaft mit ihren Gewässern und Wäldern laden dazu ein, über die Schönheit unserer Natur nachzudenken. Es liegt in unserer Verantwortung, alles in unserer Macht Stehende zu unternehmen, damit auch zukünftige Generationen sich daran erfreuen können.

Mein Glück auf dieser Reise wurde jedoch kurz vor Treuchtlingen beeinträchtigt. Aufgrund einer Störung am Stellwerk war es dem Zug nicht möglich, pünktlich in Treuchtlingen anzukommen.

Solche Situationen treten bedauerlicherweise immer wieder auf. Nutzen Sie daher die unerwartete Zeit, die Ihnen in Treuchtlingen von der Bahn zur Verfügung gestellt wird, um zusätzliche Energie für die weitere Reise zu tanken. In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Treuchtlingen befindet sich die Marienkirche. Dieses Bauwerk beeindruckt bereits von außen, und die Innenraumgestaltung ist von überwältigender Schönheit. Ich habe die Zeit dort sehr geschätzt.

Leider konnte mein Anschlusszug nach Würzburg aufgrund von Betriebsstörungen erst mit einer Verspätung von 10 Minuten abfahren. Dies führte jedoch nicht dazu, dass wir verspätet in Würzburg eintrafen. Wir erreichten Würzburg pünktlich, und der Anschlusszug nach Frankfurt am Main war bereits zur Abfahrt bereit. Dennoch sollte meine Reise nicht wie geplant verlaufen. Zu unserem Bedauern ereignete sich ein Unfall auf der Strecke zwischen Lohr am Main und Aschaffenburg, was zur Sperrung der Strecke führte; Polizei und Notarzt waren im Einsatz.

Der Schienenersatzverkehr wurde zwar umgehend eingerichtet, doch besteht bei derartigen Ereignissen häufig das Problem, dass genügend Fahrzeuge zur Verfügung stehen, jedoch das Personal zum Führen dieser Fahrzeuge nicht ausreichend vorhanden ist. So war es auch in diesem Fall; die Reisenden waren gestrandet, und eine Weiterfahrt war nicht sofort möglich.

Eine Mitreisende aus der Region berichtete, dass die Stadt durchaus sehenswert sei und man dort seine Zeit angenehm verbringen könne. Der Fußweg zur Innenstadt würde etwa 10 bis 15 Minuten in Anspruch nehmen. Im Gegensatz zu den anderen Reisenden, die gezwungenermaßen warten mussten, entschloss ich mich, die mir zur Verfügung stehende Zeit zu nutzen, um den Ort Lohr am Main etwas eingehender zu erkunden. Im Nachhinein bin ich der Bahn dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, einen Abstecher in diesen durchaus reizvollen Ort zu machen.

Nach einem kurzweiligen Stadtbummel, der bei strahlendem Sonnenschein stattfand und von einem köstlichen Eis sowie einer Tasse Kaffee begleitet wurde, kehrte ich zum Bahnhof zurück. Dort traf ich auf die Mitreisende, die mir diesen Ausflug ans Herz gelegt hatte. Sie erläuterte, dass trotz der Ankunft mehrerer Busse, diese derart überfüllt waren, dass nicht alle Reisenden einen Platz finden konnten. Kurz darauf wurde sie von einem Bekannten abgeholt, der sie zu ihrem Ziel in Aschaffenburg brachte.

Ich selbst verweilte am Bahnhof und beobachtete das rege Treiben der Reisenden. Kurz vor 18 Uhr hatte ich die Möglichkeit, mit dem ersten Zug in Richtung Frankfurt am Main weiterzureisen. Selbstverständlich verlief der Bahnverkehr nach einer derart langen Zwangspause nicht ohne Schwierigkeiten. Die Züge waren stark überfüllt, was die Weiterreise zu einer Herausforderung machte. Zu allem Überfluss gab es an diesem Tag auch eine Störung im Stellwerk in Frankfurt, die dazu führte, dass die ICE-Züge über den Regionalbahnhof am Flughafen umgeleitet wurden. Dies führte zu einer Blockade der Gleise durch die ICEs und wirkte sich negativ auf den Regionalverkehr aus, was letztendlich dazu führte, dass ich erst kurz vor 21 Uhr mein Ziel in Rüsselsheim erreichte. Der Check-in im Hotel sowie die Zimmereinweisung erfolgten zügig, sodass ich am Abend noch die Gelegenheit hatte, in der Nähe des Hotels eine Mahlzeit einzunehmen.

Ein wahrhaft langer und ereignisreicher Tag verging jedoch leider viel zu schnell.