Friedrichshafen

Samstag 06.06.2026:

Nach einer überaus ausgewogenen Woche im Schwarzwald führte mich mein Weg am ersten Wochenende im Juni erneut an den Bodensee. Als Ziel wählte ich die Stadt Friedrichshafen. Die Zugreise mit dem RE 2 von Karlsruhe nach Konstanz begann pünktlich auf die Minute in Donaueschingen. Am Bahnhof Singen (Hohentwiel) war ein Umstieg erforderlich, um mit dem RE 3 weiter nach Friedrichshafen Hafen zu gelangen. Die Umsteigezeit von etwa 26 Minuten nutzte ich, um mir in aller Ruhe einen köstlichen Latte Macchiato am Bahnhof zu gönnen.

Auch der RE 3 fuhr pünktlich ab, und wir hatten das große Vergnügen, kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Friedrichshafen eine historische Dampflokfahrt zu beobachten. Da die Strecke teilweise nur eingleisig ist, waren wir im Bahnhof Friedrichshafen-Manzell gezwungen, den besagten historischen Museumszug passieren zu lassen. Fast alle Fahrgäste nutzten die Gelegenheit, dieses besondere Ereignis mit ihren Mobiltelefonen festzuhalten.

Nach einer Verzögerung von etwa 10 Minuten konnten wir unsere Fahrt zum Bahnhof Friedrichshafen Stadt fortsetzen. Ich hätte die Möglichkeit gehabt, bereits dort auszusteigen, entschied mich jedoch, bis zum Hafenbahnhof von Friedrichshafen weiterzufahren. Diese kurze Strecke nimmt etwa 3 Minuten in Anspruch. Der Lokführer informierte uns vor dem Aussteigen, dass wir aufgrund einer Baustelle im Bahnhof besondere Vorsicht walten lassen sollten, da der Bahnsteig entsprechend verengt war.

Bei unserer Ankunft am Hafen führte mich mein erster Weg direkt zur Uferpromenade am Bodensee. Bereits zu dieser frühen Stunde versammelten sich zahlreiche Menschen dort. Einige genossen in der Sonne ihr köstliches Frühstück, das sie in den zahlreichen Cafés und kleinen Restaurants entlang des Ufers einnahmen. Das Treiben der Passanten lädt zum Beobachten ein, und der Blick auf den See sowie die Alpen ist schlichtweg faszinierend. Bedauerlicherweise war das Wetter etwas trüb, sodass der Ausblick auf die Alpen zwar möglich, jedoch nicht so beeindruckend wie bei strahlendem Sonnenschein war. Ein Vorteil der Wetterbedingungen waren jedoch die angenehmen Temperaturen von etwa 20 °C.

Ein besonders herausragendes Merkmal am Hafen ist der 22 Meter hohe Aussichtsturm an der Hafenmole. Der Aufstieg auf den Turm dauert je nach Andrang etwa 5 bis 10 Minuten. Diesen Aufstieg sollten Sie unbedingt in Betracht ziehen, denn die Aussicht von der Plattform auf den See, die Alpen, die Obstwiesen und die Stadt entschädigt für die Mühen des Aufstiegs. Allerdings ist eine gewisse Höhenverträglichkeit erforderlich, da die Bewegungen des Turms auf der Aussichtsplattform deutlich spürbar sind. Für einige wagemutige Besucher stellt dies eine besondere Herausforderung dar. Bedauerlicherweise verlassen viele Besucher den Turm recht schnell, ohne die grandiose Aussicht in vollem Umfang zu genießen. Bitte denken Sie daran, den Weg über die Treppen zu nehmen, wenn Sie die Aussichtsplattform verlassen, da ein Sprung aus der Höhe in den Bodensee möglicherweise fatale Folgen haben könnte. Entsprechende Warnschilder sind bereits vor dem Aufstieg angebracht.

Mein Weg führte mich von diesem lohnenswerten Punkt im Hafen direkt zum beeindruckenden Zeppelin Museum. Für die Besichtigung der Ausstellungen ist es ratsam, ausreichend Zeit einzuplanen. Besonders hervorzuheben ist der Technikrundgang sowie die Nachbildung der legendären Hindenburg im Museum. Hier haben Besucher die Möglichkeit, eine Zeitreise zu den Anfängen der Luftfahrt mit dem Zeppelin zu unternehmen und einen faszinierenden Einblick in die beeindruckende Gestaltung der Hindenburg zu gewinnen. Die einzelnen Bereiche sind detailgetreu nachgebildet, wobei insbesondere der Speisesaal sowie der Bereich für Reisende mit Schlafgelegenheiten an Bord einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch der Bereich für die Besatzung, der im Vergleich zum öffentlichen Fluggastbereich eher spartanisch, jedoch funktional gestaltet ist, sollte nicht unerwähnt bleiben. Die ausgestellte Technik veranschaulicht eindrucksvoll, wie die Navigation dieses Fluggeräts funktionierte. Ebenso bemerkenswert sind die Ausstellungen zur Antriebstechnik sowie die physikalischen Gesetze beim Start, der Landung und dem Flug. Nutzen Sie die hervorragend gestalteten Experimente in der Ausstellung, um Ihr Wissen zu vertiefen.

Ein herausragendes Highlight stellt die Wunderkammer zum Zeppelin dar. Inspiriert von Sammlungen des 16. Jahrhunderts werden dort zahlreiche Exponate rund um die Firma Zeppelin präsentiert. Viele dieser Exponate können mithilfe von Tablets aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden.

Das Thema Raubkunst wird in einer eigenen Dauerausstellung behandelt, die den Titel trägt: Eigentum verpflichtet. Eine Kunstsammlung auf dem Prüfstand.

Aktuell haben Sie im Museum die einzigartige Gelegenheit, sich interaktiv mit dem Thema Gefühlte Wahrheiten. Zeppeline und Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Bereits an den Schließfächern und im gesamten Museum finden sich entsprechende Aussagen zu diesem Thema. Diese Ausstellung beleuchtet kritisch die Geschichte der Firma und die aktuellen politischen Vorgänge.

Insgesamt kann ich Ihnen einen Besuch dieses faszinierenden Museums in Friedrichshafen nur wärmstens empfehlen. Während meines Aufenthalts konnte ich in viele interessierte und neugierige Gesichter der Besucher blicken. Das Museum zieht sowohl Kinder, Jugendliche, Eltern als auch zahlreiche internationale Gäste an.

Nach meinem äußerst aufschlussreichen und umfassenden Besuch des Museums war es erforderlich, zunächst auf dem Wochenmarkt neue Energie zu tanken. Hier hatte ich die Gelegenheit, das vielfältige gastronomische Angebot des Marktes in Anspruch zu nehmen. Umrahmt von einem kulturellen musikalischen Programm zog der nahegelegene Brunnen sowohl Erwachsene als auch Kinder an. Dieser sorgte für ein angenehmes Mikroklima, sodass die milden Temperaturen in vollem Umfang genossen werden konnten.

Ein weiterer Besuch führte mich erneut an den Bodensee und in den großzügig gestalteten Uferpark. Die zahlreichen Grünflächen, schattenspendenden Bäume und kunstvoll gestalteten Blumenbeete ziehen eine Vielzahl von Menschen in die Natur. Diese Flächen werden von Jung und Alt sowohl als Liegewiese als auch für sportliche Aktivitäten genutzt. Die imposanten Bäume bieten nicht nur optimalen Schatten, sondern eignen sich auch hervorragend für Versteckspiele.

Neben den zahlreichen und beeindruckenden Highlights der Stadt sollte der Handel auf keinen Fall außer Acht gelassen werden, denn er ist ein wesentlicher Bestandteil des lokalen Lebens. Hier gibt es viele kleine, charmante Geschäfte, die eine Vielzahl von handwerklichen, künstlerischen und kulinarischen Angeboten bereithalten und somit für jeden Geschmack etwas bieten. Viele dieser einzigartigen Geschäfte werden mit viel Leidenschaft von ihren Inhabern geführt, während auch einige deutschlandweit bekannte Filialen in der Stadt vertreten sind, die zusätzlich zum lokalen Flair beitragen.

Leider verging der Tag bei herrlichem, strahlendem Wetter und angenehmen Temperaturen viel zu schnell, sodass man sich wünscht, die Zeit könnte einfach anhalten.

Die Rückfahrt von Friedrichshafen begann jedoch nicht wie geplant auf Gleis 5, sondern direkt gegenüber auf Gleis 4. Diese unerwartete Änderung sollte allerdings nicht die einzige Änderung im Ablauf der Reise bleiben. Kurz vor dem Bahnhof Radolfzell kam es zu einer erheblichen Verzögerung der Fahrt des RE 3. Der Grund dafür war eine technische Störung an einem Bahnübergang, wodurch die planmäßig höhere Geschwindigkeit nicht erreicht werden konnte. Mit einer Verspätung von etwa 20 Minuten, die sich in der Situation als nicht unerheblich herausstellte, erreichte ich schließlich meinen Umstiegsbahnhof Singen. Da kein Bahnsteigwechsel notwendig war, konnte ich in aller Ruhe am Gleis warten und in den nächsten Zug einsteigen, um mein Ziel Donaueschingen pünktlich und ohne weitere Komplikationen zu erreichen.