Straßburg

Donnerstag 04.06.2026:

Fronleichnam war der Anlass für meinen ersten Besuch in der Stadt Straßburg, Frankreich. Besonders interessant fand ich, dass dieser Feiertag in Frankreich nicht gesetzlich anerkannt ist. Daher blieben viele kleine und größere Geschäfte geöffnet und boten ihre Dienstleistungen an. Die Reise begann pünktlich um 8:39 Uhr ab Donaueschingen mit dem Regionalexpress 2 in Richtung Offenburg. Die Strecke durch den Schwarzwald war mir bereits aus früheren Reisen bekannt. Doch dieses Mal wurden die Fahrgäste von einem äußerst freundlichen Zugbegleiter über die Entstehung der Bahnlinie, ihre geografischen Besonderheiten und die Baugeschichte umfassend informiert. Fast alle Reisenden lauschten gebannt seinen Erklärungen und genossen dabei die atemberaubende Natur. Ich kann jedem nur empfehlen, diese Strecke einmal zu fahren. Selbst wenn Sie sie häufiger nutzen, gibt es immer wieder neue Entdeckungen zu machen und über die beeindruckende Landschaft sowie die typischen Schwarzwaldhäuser zu staunen.

Am Donnerstag hatte ich in Offenbach insgesamt 36 Minuten Zeit zum Umsteigen. Diese Zeit nutzte ich, um in aller Ruhe zu dem Gleis zu wechseln, von dem die Bahn nach Straßburg abfahren würde. Rückblickend kann ich sagen, dass diese 36 Minuten äußerst vorteilhaft waren, denn ich konnte problemlos einen Sitzplatz im Zug ergattern. Der Zug füllte sich schnell, und viele Reisende hatten Schwierigkeiten, einen Platz zu finden. Glücklicherweise funktionierte die Klimaanlage einwandfrei, sodass niemand, trotz der Enge, ins Schwitzen geriet. Es ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass Sie für die Strecke von Kehl nach Straßburg ein Ticket kaufen müssen. Für kleines Geld können Sie den Europass 24h erwerben, der in verschiedenen Varianten erhältlich ist. Der Vorteil dieser Fahrkarte ist, dass Sie innerhalb von Straßburg den gesamten öffentlichen Nahverkehr nutzen können, um schnell von A nach B zu gelangen.

Am selben Donnerstag fuhr ich mit der Französischen Bahn. Ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass die Ausstattung der Züge recht hochwertig ist. Einziger Nachteil: Die Ansagen im Zug erfolgen ausschließlich in französischer Sprache. Im Vergleich dazu sind die Ansagen der Deutschen Bahn wesentlich besser, da sie sowohl auf Französisch als auch auf Deutsch gemacht werden, was es beiden Nationen erleichtert, die Informationen zu verstehen.

Meine Erkundungstour an Fronleichnam konzentrierte sich hauptsächlich auf die Altstadt rund um das Straßburger Münster und die umliegenden Straßen. Aufgrund der Ferien und des Feiertags in Baden-Württemberg war der Andrang in den Gassen und Geschäften enorm. Es war kaum möglich, sich in Ruhe die Stadt anzusehen. Die Menschenmassen an den touristischen Höhepunkten sowie in den Läden und Restaurants waren so groß, dass ich kaum die Gelegenheit hatte, alles in aller Ruhe zu erkunden. Leider musste ich die Stadt bereits frühzeitig wieder verlassen, da am Freitag bereits andere Dinge auf meiner Agenda standen.

Auf der Rückfahrt wurden die Fahrgäste von der Bundespolizei in Kehl gründlich kontrolliert. Diese behördliche Maßnahme führte zu einer Verzögerung von etwa 5 Minuten. Dennoch erreichte der Zug mit nur 3 Minuten Verspätung seinen Zielbahnhof in Offenburg. Der Anschluss mit dem Regionalexpress in Richtung Donaueschingen konnte problemlos erreicht werden, da auch dieser eine Verspätung von rund 3 Minuten hatte.

So verging leider ein wundervoller Tag viel zu schnell.

Samstag 13.06.2026

Bei meiner ersten Erkundungstour am Fronleichnam hatte ich bereits einen groben Überblick über die Stadt Straßburg gewonnen. Diesmal entschied ich mich erneut für eine Bahnfahrt, die um 8:39 Uhr in Donaueschingen abfuhr. Da es sich um einen gewöhnlichen Samstag handelte und die Schule seit einer Woche aus den Pfingstferien zurück war, war der Fahrplan der Deutschen Bahn deutlich günstiger. Ich musste dieses Mal nicht 36 Minuten in Offenburg warten, um meinen Anschluss nach Straßburg zu bekommen.

Allerdings hatte dies den Nachteil, dass der Zug bereits recht gut gefüllt war. Ich konnte gerade noch einen der letzten Sitzplätze ergattern. Ab Appenweier fanden die neu zusteigenden Reisenden keinen Platz mehr; selbst die Stehplätze waren stark besetzt. Die Fahrgäste standen dicht gedrängt, und die Klimaanlage hatte alle Hände voll zu tun, um ein Überhitzen zu verhindern. Dennoch war die Temperatur im Zug recht hoch.

Die hohe Anzahl der einsteigenden Passagiere in Appenweier führte zu einer kleinen Verzögerung im Betriebsablauf. Glücklicherweise kamen an den weiteren Haltepunkten keine weiteren Fahrgäste hinzu.

Bei der Ankunft des Zuges am Hauptbahnhof in Straßburg wurden alle Fahrgäste am Ende des Gleises kontrolliert und mussten ihren Personalausweis bereithalten. Diese Sicherheitsmaßnahme führte zu einem größeren Andrang auf dem Bahnsteig, jedoch verliefen die Kontrollen zügig. Innerhalb des Bahnhofs waren an vielen Stellen die französische Polizei und Sicherheitskräfte präsent, die Personen überprüften.

In Anlehnung an meinen letzten Besuch entschied ich mich, einen alternativen Weg in die Stadt zu wählen, um weitere Gassen und Straßenzüge zu erkunden. Die Architektur und die Gestaltung der Straßen laden wirklich zum Staunen ein. Es gibt zahlreiche charmante kleine Bars, Restaurants und Boutiquen sowie kunstvoll gestaltete Graffiti an den Wänden. Neben diesem typischen Stadtbild finden Sie auch moderne Bauwerke und belebte Einkaufsmeilen. Ein ganz besonderer Anziehungspunkt sind die Gewässer in der Stadt. Sie schaffen ein angenehmes Mikroklima und dienen als Erholungsorte für Bewohner und Touristen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass an diesem sonnigen Samstag viele Menschen die herrlichen Temperaturen genossen.

Ein Besuch der Aussichtsplattform der Kathedrale de Strasbourg ist ein absolutes Muss. Für den Aufstieg sollten Sie jedoch genügend Energie mitbringen, da es etwa 330 Treppenstufen zu bewältigen gilt. Um den Aufstieg zu erleichtern, wurde eine Einbahnregelung eingeführt, die Ihnen ein ungestörtes Erlebnis ermöglicht. Trotz der Anstrengung werden Sie mit einem atemberaubenden Blick auf die Stadt, den Schwarzwald, das Elsass und die Vogesen belohnt. Oben angekommen, sorgt der frische Wind dafür, dass Sie sich schnell wieder erholen. Verpassen Sie auf keinen Fall diesen spektakulären Ausblick! Persönlich empfehle ich, den Aufstieg kurz vor der Mittagspause zu planen. So haben Sie gute Chancen, die Plattform in Ruhe zu genießen, ohne von anderen Besuchern gestört zu werden.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie nach Ihrem Besuch der Plattform nahezu ohne Wartezeiten in die Kathedrale gelangen können. Ein Besuch dieses beeindruckenden Bauwerks lohnt sich auf jeden Fall. Die Größe und die prachtvolle Ausstattung sind einfach überwältigend. Besonders hervorzuheben sind die Astronomische Uhr, die Hauptorgel, der Kurze Chor mit seiner beeindruckenden Backsteinkuppel sowie viele andere faszinierende Details. Um das gesamte Erlebnis zu vervollständigen, befindet sich in der Nähe eine 3D-Bronzenachbildung der Kathedrale, die Ihnen hilft, die gesamte Pracht des Bauwerks zu erfassen.

Wenn Sie bereits die beeindruckende Kathedrale und die faszinierende Plattform besucht haben, sollten Sie auf keinen Fall das Museum Notre Dame auslassen. Dort haben Sie die einmalige und außergewöhnliche Gelegenheit, tief in die faszinierende Architektur, die kunstvolle Gestaltung der Statuen und die bewegte Geschichte der Kathedrale einzutauchen. In einem historischen und eindrucksvollen Ambiente können Sie dank modernster Visualisierungstechniken in die faszinierende Vergangenheit reisen. Nutzen Sie diese besondere und wertvolle Chance!

Natürlich sollte bei einem Besuch in Frankreich die exquisite und vielfältige Küche sowie die herzliche Gastfreundschaft nicht zu kurz kommen. Hier finden Sie eine Vielzahl an kleinen und größeren Restaurants, die köstliche regionale Spezialitäten anbieten. Ich persönlich habe mich für ein schmackhaftes Mittagessen im Caffè Le Gruber entschieden. Die Speisen werden frisch zubereitet, und der Service ist durchweg erstklassig. Auch das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis ist bemerkenswert.

Zum Abschluss meines Besuchs wollte ich natürlich noch mehr über die faszinierende Geschichte der Stadt erfahren. Also schlenderte ich durch die malerischen und charmanten Gassen mit ihren wunderschönen Fachwerkhäusern, um das Historische Museum zu erreichen. Dieser Besuch wird mir sicherlich lange in Erinnerung bleiben und bleibt unvergesslich! Die Exponate sind durchweg beeindruckend und beleuchten die facettenreiche und spannende Geschichte der Stadt mit all ihren Höhen und Tiefen. Ein Teil der umfangreichen Ausstellung ist dem berühmten Buchdruckerfinder Guttenberg gewidmet, der zwischen 1434 und 1444 in der Stadt lebte und wirkte. Auch die beiden verheerenden Weltkriege (1914 – 1918 und 1939 – 1945) werden umfassend und detailliert behandelt. Meiner Meinung nach lohnt sich der Besuch sehr, da die Ausstellungen hervorragend und ansprechend präsentiert werden.

Bedauerlicherweise verging dieser Samstag deutlich schneller und abrupt, sodass ich kaum die Gelegenheit hatte, all die schönen Momente in vollem Umfang zu genießen. Die Rückreise nach Donaueschingen gestaltete sich erfreulicherweise reibungslos, ohne nennenswerte Vorkommnisse oder unerwartete Hindernisse, was äußerst angenehm war.

Sogar die Grenzkontrolle in Kehl verlief in diesem Fall unkompliziert und überraschend zügig, und die Überprüfung der Personalausweise war minimal, was für alle Reisenden eine erhebliche Erleichterung darstellte.