Füssen
Samstag 18.07.2026:
Am Samstag begab ich mich in die malerische Umgebung der Alpengipfel, wo eine beeindruckende Seenlandschaft auf uns wartete. Aus diesem Grund entschied ich mich, den Zug um 8:57 Uhr ab Übersee zu nutzen. Wie es jedoch häufig der Fall ist, kam es zu einer Verspätung von etwa 10 Minuten. Dennoch erreichten wir unser Ziel, den Münchener Hauptbahnhof, pünktlich.
Ich war etwas überrascht, dass an diesem Morgen relativ wenige Reisende den Zug in Anspruch nahmen. Diese Situation änderte sich jedoch schnell auf der Strecke. Ab Prien am Chiemsee war der Zug dann doch überraschend gut frequentiert. In Rosenheim kam ein weiterer Zugteil hinzu, was mich etwas verwunderte, da ich mir nicht erklären kann, warum die Passagiere nicht in den vorderen Teil des Zuges eingestiegen waren.
Ich nutzte die geplante Pause in München Ost, um von meinem Platz in den vorderen Teil des Zuges zu wechseln. Dies ermöglichte mir, in München einen kürzeren Weg zu meinem Anschlusszug zu wählen, was stets eine kluge Entscheidung darstellt. Aufgrund der anhaltenden Umbauarbeiten am Bahnhof in München ist es dort oft sehr chaotisch.
Nachdem wir pünktlich in München angekommen waren, hatte ich die Möglichkeit, in aller Ruhe zu meinem Anschlusszug zu gelangen, ohne in hektische Eile verfallen zu müssen. Ursprünglich war vorgesehen, dass die RB 70 etwa 10 Minuten verspätet starten würde, da sie mit einer Verzögerung aus der vorherigen Fahrt in München eingetroffen war. Umso überraschender war es, dass wir tatsächlich pünktlich auf die Minute genau abfuhren.
Die Route bis zu meinem Umsteigebahnhof in Kaufbeuren war mir bereits von früheren Reisen bekannt. Die Strecke von Kaufbeuren nach Füssen ist durchweg beeindruckend und führt entlang malerischer kleiner Flüsse und Wiesen, während im Hintergrund die majestätischen Alpengipfel aufragen. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, das Schloss Neuschwanstein aus dem Zug zu erblicken. Diese Sehenswürdigkeit zieht zahlreiche Touristen in die Region und stellt ein Ziel dar, das sich unbedingt lohnt, näher erkundet zu werden.
Mein Ziel an diesem Tag war die charmante Stadt Füssen am Lech. Nach meiner sicheren Ankunft in Füssen begab ich mich zum Ausgangspunkt der Lauschtour durch die Stadt. Der runde Seilerturm sowie die Überreste der Stadtmauer stammen aus dem Jahr 1500. Der Name Seilerturm leitet sich davon ab, dass die Füssener in Friedenszeiten die überdachten Gänge zur Herstellung von Seilen nutzten.
Die Tour führte mich weiter durch die malerische Innenstadt von Füssen. Das herrliche Wetter zog zahlreiche Menschen auf die Straßen und in die kleinen, gemütlichen Cafés und Gaststätten, um den Tag zu genießen. Am Stadtbrunnen hatte ich einen hervorragenden Blick auf das Schloss, das majestätisch über der Stadt thront. An diesem sonnigen Samstag unterhielten Straßenmusiker das Publikum direkt am Brunnen mit ihrer Musik.
In unmittelbarer Nähe des Stadtbrunnens befindet sich das neu eröffnete Geschäft Bavaria Bears, das seit Mai 2026 besteht und besonders für Liebhaber von Fruchtgummis und Lakritze empfehlenswert ist. Ein Besuch in diesem Geschäft ist durchaus lohnenswert, denn die Qualität der Waren überzeugt auf ganzer Linie, und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ebenfalls ausgezeichnet.
Nach meinem Einkauf führte mich mein Weg zur Barockbasilika St. Mang. Aufgrund einer Trauerfeier war eine Besichtigung der Kirche bedauerlicherweise nicht möglich. Aus Respekt vor den Trauernden entschied ich mich, umgehend zum Schloss zu gehen und das dortige Museum zu besuchen. Der Rittersaal sowie die Gemäldegalerie sind beeindruckend und überzeugen in hohem Maße. Die Aussicht vom Wehrgang und dem Wärturm auf die Stadt und die umliegenden Alpen ist jedoch noch überwältigender. Ein Besuch ist allein aus diesem Grund äußerst empfehlenswert. Ich rate Ihnen, auch die anderen Räumlichkeiten der Bischofswohnung zu erkunden. Sie werden feststellen, dass diese nicht so groß und prunkvoll sind, wie man es von anderen Bischofsunterkünften gewohnt ist. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um alle Gemälde und Räume in Ruhe zu entdecken.
Um die Stadt weiter zu erkunden, entschied ich mich für einen Rückweg in die Stadt und zum Klosterhof St. Mang. Von dort aus ist der Weg zur Lech, einem Nebenfluss der Donau, nicht mehr weit. Genießen Sie die wunderschöne Natur mitten in der Stadt und bestaunen Sie das Wasser. Die Farbe des Gewässers variiert je nach Wetterlage: Nach Regen oder Schnee erscheint es oft milchig grau oder sogar braun. Im Sommer hingegen zeigt sich der Lech in einem strahlenden Smaragdgrün – eine Farbe, die viele Gebirgsflüsse annehmen, wenn sie durch Kalksteingebirge fließen.
Mein Weg führte mich weiter zum Franziskanerkloster, welches sich aktiv und engagiert in der Seelsorge betätigt, sowie zum malerischen, idyllischen Quaglioblick. Von diesem Standort aus eröffnet sich ein atemberaubender, spektakulärer Blick auf die charmante Stadt Füssen, die von einer malerischen Landschaft umgeben ist.
Im Anschluss setzte ich meinen Weg fort zum Lautenmacherbrunnen am Brotmarkt. Die Statue erinnert eindrucksvoll an den berühmten Lautenmacher des 16. Jahrhunderts, Kaspar Tieffenbrucker. In Füssen hat die stolze Tradition des Geigen- und Lautenbaus bis heute Bestand und wird weiterhin hochgeschätzt. Ein Besuch des Stadtmuseums, das sich in der Nähe des Brotmarkts im ehemaligen Kloster befindet, ist besonders empfehlenswert, um mehr über die faszinierende Geschichte der Stadt und den Geigenbau zu erfahren. Der Besuch ist äußerst lohnenswert, insbesondere die beeindruckende Klosterbibliothek, die als wahrhaftiger Geheimtipp gilt. Im Museum haben Sie die wertvolle Möglichkeit, sich intensiver mit dem Geigen- und Lautenbau sowie der reichen Geschichte der Stadt und des Klosters auseinanderzusetzen und viele interessante Details zu entdecken.
Nach meinem eindrucksvollen und unvergesslichen Besuch im Stadtmuseum begab ich mich auf den Rückweg zum Bahnhof. Dort hatte ich ausreichend Zeit, um in Ruhe einen köstlichen und perfekt zubereiteten Latte Macchiato in der Bäckerei Sinz zu genießen. Diese wertvolle Zeit am Bahnhof nutzte ich, um in Ruhe und mit einem Lächeln auf den Lippen über die bemerkenswerten Eindrücke des Tages nachzudenken. Besonders beeindruckt war ich von dem charmanten Fruchtgummiladen, in dem ich mich mit frischen, bunten Fruchtgummis und köstlicher, aromatischer Lakritze eindeckte. Auch die talentierten Straßenmusiker am Stadtbrunnen stellten ein echtes Highlight dar, ebenso wie die zahlreichen kleinen, liebevoll geführten Geschäfte in der Stadt, die ihre Waren mit großer Hingabe und Leidenschaft präsentierten.
Mit dem Wetter hatte ich an diesem Tag ebenso viel Glück wie beim Reisen, was meine Stimmung zusätzlich hob. Als ich gut gelaunt in den bereitstehenden Zug nach München HBF einstieg und einen passenden, bequemen Platz fand, begann es genau in diesem Moment zu regnen und zu hageln. Bereits auf der Hinfahrt hatte ich das Glück, dass der Regen genau dann aufhörte, als ich mit dem Zug in den Bahnhof Füssen einfuhr. Während der etwas über zweistündigen Zugfahrt von Füssen nach München war die Stimmung unter den internationalen Touristen und Reisenden ausgezeichnet und fröhlich. Die Fahrt verging daher wie im Flug, und ich genoss jeden einzelnen Moment.