Flugwerft Schleißheim
Mittwoch 16.09.2026:
Da ich mit den Vorbereitungen für meinen Umzug nach NRW bereits weit fortgeschritten bin und die wichtigsten Dinge schon erledigt hatte, überlegte ich, was ich an diesem wundervollen Mittwoch noch unternehmen könnte. Nachdem ich das Schloss Oberschleißheim bereits im September 2025 besucht hatte, entschied ich mich, erneut nach Oberschleißheim zu fahren und einen weiteren interessanten Ausflug zu unternehmen. Dieses Mal wollte ich die Flugwerft Schleißheim des Deutschen Museums besuchen und tiefer in die spannende Welt des Fliegens eintauchen. Also stieg ich wie gewohnt in Übersee in den Zug und fuhr über München Ost weiter nach Oberschleißheim, das ich anschließend ganz unkompliziert mit der S-Bahn erreichte. Doch an diesem Tag schien irgendwie der Wurm drin zu sein: Die Regionalbahn hatte rund 25 Minuten Verspätung und kam deutlich später als geplant am Bahnhof an. Mich störte das allerdings nicht weiter, denn ich wollte den Tag genießen und mich in aller Ruhe auf den Besuch freuen – und es lohnt sich ohnehin nicht, sich unnötig über eine Zugverspätung aufzuregen.
Im Zug traf ich ein Urlauberpaar, das seinen Urlaub in Salzburg verbracht hatte. Die 25-minütige Verspätung des Zuges hatten die beiden jedoch zunächst nicht wirklich bemerkt. Am Telefon erzählten sie ihrem in München wohnenden Sohn, dass sie eine Stunde Zeit zum Umsteigen hätten und um 12:09 Uhr ankommen würden. So könnten sie sich noch kurz zum Mittagessen am Bahnhof treffen. Der Plan stand bereits fest: Der Sohn hatte sogar ein Restaurant in der Nähe des Hauptbahnhofs gefunden und wollte das Essen vorbestellen, damit es bei der Ankunft seiner Eltern fertig wäre. Erst bei der Einfahrt in den Bahnhof München Ost bemerkten die beiden Urlauber die Verspätung. Aufgeregt riefen sie ihren Sohn erneut an und erklärten, dass das Mittagessen nun wohl nicht mehr möglich sei. Stattdessen wollten sie sich nur noch kurz auf einen Kaffee treffen, sich vom Urlaub verabschieden und anschließend in ihren ICE umsteigen.
Dank der Verspätung des Regionalexpresses aus Salzburg hatte ich in München Ost glücklicherweise ausreichend Zeit, mir einen guten Kaffee zu kaufen und ihn in Ruhe zu genießen. Wegen Bauarbeiten war der Takt der S-Bahnen nämlich von zehn auf zwanzig Minuten reduziert worden, sodass entsprechend weniger Züge fuhren. Für mich war der 20-Minuten-Takt jedoch völlig ausreichend. Nachdem ich meinen Kaffee genossen hatte, konnte ich entspannt zu meiner S-Bahn in Richtung Freising schlendern. Die Fahrt von München Ost zum Bahnhof Oberschleißheim dauert etwa 30 Minuten und verging wie im Flug. Da an vielen Schulen der Unterricht bereits beendet war, nutzten zahlreiche junge Menschen die S-Bahn auf dem Heimweg. Entsprechend drehten sich viele Gespräche der Reisenden um die Schule und die Aufgaben, die am Nachmittag noch anstanden.
Am Haltepunkt Oberschleißheim zeigt sich, dass moderne und nachhaltig gestaltete Bahnhöfe auch in Bayern erfolgreich umgesetzt werden können. Unmittelbar am Bahnhof stehen ein Busbahnhof sowie kostenfreie, gut ausgebaute und gepflegte Parkmöglichkeiten für Pkw und Fahrräder zur Verfügung.
Die Einkaufsmöglichkeiten in direkter Umgebung sind zwar begrenzt, die vorhandene Infrastruktur ist für einen S-Bahnhof jedoch insgesamt angemessen, funktional und zweckmäßig.
Von dort aus ist das Deutsche Museum bequem zu Fuß erreichbar. Als ich mich dem Schloss in der Nähe der Flugwerft näherte, bemerkte ich, dass an mehreren Gebäuden Bauarbeiten stattfinden.
Aus dem bisherigen Leerstand entstehen dort neue Wohnungen. Einige Gebäude wurden bereits vor einiger Zeit renoviert und bieten heute vielen Menschen attraktiven Wohnraum.
Im Gespräch erzählte mir eine Bewohnerin, wie angenehm es sei, in unmittelbarer Nähe des Schlosses und des Parks zu wohnen. Sie fühle sich dort rundum wohl und habe es keine Sekunde bereut, eine Wohnung in dieser besonderen Umgebung gemietet zu haben. Die neuen Wohnungen werden sicherlich ebenso ansprechend gestaltet sein wie die bereits fertiggestellten.
Anschließend führte mich mein Weg zur Flugwerft. Am Museum angekommen, ging ich zunächst zur Kasse, um mein Ticket zu organisieren. Die Wartezeit war an diesem Wochentag erfreulich kurz, und das Personal zeigte sich ausgesprochen freundlich und zuvorkommend. Ich erhielt einen kurzen Überblick über die Ausstellungsflächen sowie hilfreiche Tipps für meinen Rundgang.
Gut informiert konnte ich meinen Besuch beginnen. Von den ersten Fluggeräten, die in der Werft nachgebaut wurden, ging es weiter zu den Anfängen der Fliegerei. Natürlich dürfen in einer solchen Ausstellung auch historische Motoren nicht fehlen. Zu den ausgestellten Motoren und Flugzeugen werden alle wichtigen Informationen anschaulich vermittelt. Zudem lassen sich historische Filmaufnahmen bestaunen.
Ein Aufstieg auf den Turm lohnt sich meines Erachtens besonders: Von dort oben bietet sich ein herrlicher Blick auf das Gelände der Werft. Bei gutem Wetter reicht die Aussicht weit über die Umgebung bis hin zur Stadt München. Besonders interessant ist die Möglichkeit, einen Einblick in die Restaurierungswerkstatt der Werft zu erhalten. Hier können Sie den Restauratoren bei ihrer sorgfältigen Arbeit an historischen Fluggeräten aus nächster Nähe zusehen und die einzelnen Arbeitsschritte unmittelbar verfolgen. Zudem erfahren Sie mehr über die Materialien, Werkzeuge und Techniken, die bei der Herstellung und fachgerechten Restaurierung der Flugzeuge zum Einsatz kommen.
Ein weiteres Highlight ist die große Halle mit zivilen und militärischen Flugzeugen aus unterschiedlichen Epochen. Bei vielen Exponaten haben Sie die einmalige Gelegenheit, die Technik aus unmittelbarer Nähe zu bestaunen und interessante Details zu entdecken. Einen Blick ins Innere der Flugzeuge sollten Sie sich dabei keinesfalls entgehen lassen, denn gerade dort werden die besonderen Konstruktionsmerkmale sichtbar. Es ist beeindruckend, welche technischen Leistungen die Entwickler vollbracht haben, um diese außergewöhnlichen Fluggeräte zu konstruieren. Besonders spannend ist auch die umfangreiche Ausstattung eines Forschungsflugzeugs, die einen anschaulichen Einblick in seine vielseitigen Aufgaben vermittelt. In dieser Halle können Sie sich zudem intensiv mit Triebwerken, Motoren und ihrer Funktionsweise befassen und die Entwicklung der Technik nachvollziehen. Für kleine und große Museumsbesucher bietet sich außerdem die Gelegenheit, selbst ein Modellflugzeug zu steuern – ein Angebot, das von vielen Familien begeistert und mit großer Freude genutzt wird.
Bei einer Führung haben Sie die Möglichkeit, einen Blick in die legendäre Transall C-160 zu werfen und das Innere dieser besonderen Maschine aus nächster Nähe kennenzulernen. Mein Vater erzählt mir, dass ein Flug mit dieser Maschine ein ganz besonderes Erlebnis gewesen sein muss – an seinen eigenen Flug erinnert er sich noch lebhaft und mit großer Begeisterung. Steht man selbst vor der Transall, beeindruckt vor allem ihre imposante Größe und die markante Erscheinung des Flugzeugs.
Bei einem Besuch der Ausstellung sollten Sie sich den Bereich der Hubschrauber nicht entgehen lassen. Hier haben Sie die Gelegenheit, den Rettungshubschrauber Christoph 1 sowie einen Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes mitsamt seiner Ausstattung aus nächster Nähe zu erkunden und dabei interessante Details über die jeweiligen Einsatzbereiche zu erfahren.
Auch die Wetterbeobachtung spielt im Flugverkehr eine wichtige Rolle und ist für sichere Starts und Landungen unverzichtbar. Planen Sie daher unbedingt einen Besuch in der Flugwetterwarte ein. Dort können Sie das Wetterradar beobachten und so den idealen Zeitpunkt für Ihre Rückreise vom Museum bestimmen. Die anschaulichen Informationen vermitteln dabei einen guten Eindruck davon, wie sorgfältig Wetterdaten im Luftverkehr ausgewertet werden. Ich selbst hatte leider weniger Glück: Ganz gleich, wann ich das Museum verlassen hätte, der Rückweg wäre verregnet gewesen. Zum Glück hatte ich einen Regenschirm dabei. Bevor ich ihn jedoch einsetzen musste, nutzte ich die Gelegenheit, die aktuelle Sonderausstellung Inside the Suit – Der Mensch im Raumanzug zu besuchen und mich noch etwas länger in die faszinierende Welt der Raumfahrt zu vertiefen.
Aufgrund des anhaltenden und kräftigen Regens entschied ich mich schließlich, den Rückweg ganz bequem mit dem Bus anzutreten. Vom Schloss fährt etwa alle zehn Minuten ein Bus direkt zum Bahnhof Oberschleißheim, sodass Sie nicht lange warten müssen. So können Sie Ihren Regenschirm bequem geschlossen lassen, bleiben angenehm trocken und müssen zudem nur wenige Schritte zu Fuß zurücklegen.
Im Gegensatz zur Hinreise verlief meine Rückfahrt überaus angenehm und vollkommen entspannt. Alle Anschlüsse erreichte ich problemlos und ohne nennenswerte Wartezeiten.
So kann ich mit großer Zufriedenheit festhalten, dass auch dieser Mittwoch wieder ein wunderbarer, rundum gelungener Tag war. Solche kleinen Zwischenerlebnisse geben neue Energie und Zuversicht, um die anstehenden Aufgaben mit frischem Elan und guter Stimmung anzugehen.
Bild: Deutsches Museum